Sa., 20.02.2016

Entscheidung BMK Kein nachgeholter Rosenmontagszug in Münster

Fröhlich ging es zu beim Rosenmontagszug 2015. Einen Rosenmontagszug 2016 wird es in Münster defintiv nicht mehr geben.

Fröhlich ging es zu beim Rosenmontagszug 2015. Einen Rosenmontagszug 2016 wird es in Münster defintiv nicht mehr geben. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Am Ende der gut einstündigen Versammlung aller 35 Karnevalsvereine am Samstag im Paohlbürgerhof brauchte gar nicht mehr förmlich darüber abgestimmt werden: Bis auf die Hiltruper Gesellschaften waren alle Kooperationen gegen einen nachgeholten Rosenmontagszug im Frühjahr.

Von Helmut Etzkorn

 „Zu teuer, kein passender Termin und eigentlich auch nicht im Sinne des Brauchtums, der einen Sommerkarneval nicht will“, so das Fazit von Bürgerausschuss-Präsident Rolf Jungenblut. Obwohl die Stadt auf die Reinigungskosten verzichtet hat, die Holländer nur einen Teil des Geldes für den Bau ihrer Prunkwagen bekommen, Spielmannszüge keine Ausfallgagen wollten, Westfalenfleiß auf die Schlossplatz-Nutzungsgebühren verzichtet und das Rote Kreuz keine Rechnung schickt, bleibt ein Minus von 45 000 Euro. Auch, weil es an Einnahmen an den Bierständen zugunsten des Bürgerausschusses fehlte.

Vom Termin her hat der Bund Westfälischer Karneval nur den 6. März, den 4. Fastensonntag Laetare, als Ausweichtermin frei gegeben. So kurzfristig aber hätte man in Münster den Umzug laut Jungenblut nicht organisieren können. Der Schlossplatz als zentraler Aufstellplatz für die Wagen steht an keinem der Sonntage ab Mitte März mehr parat, auch deshalb wäre ein Frühjahrsumzug schon organisatorisch nicht durchführbar gewesen. „Das wurde von 95 Prozent der 70 Vereinsvertreter auch ohne Diskussion so akzeptiert“, so Jungenblut. Man plant nun im Sommer eine Party für die Wagenbauer und hofft, mit einer größeren Karnevals-Werbeaktion beim Stadtfest einige Einnahmen für die Bürgerausschuss-Kasse  einfahren zu können.

Die Gesellschaften müssen sich nun besonders von dem Wurfmaterial trennen, das nur bis zum Sommer haltbar ist. In erster Linie ist das die Schokolade. Sie geht an Gesellschaften in Düsseldorf, wo der Umzug im März stattfindet. Oder an gemeinnützige Einrichtungen, so Zugkommandant Gerd Meier. In der Versammlung hatte Feuerwehrchef Benno Fritzen nochmal erläutert, warum die Prognose des Wetteramtes Essen unumstößlich für die Absage am Sonntagabend war. „Stärke neun war angesagt, ich hätte auch noch am Montagmorgen wegen der Haftungsfrage nicht anders entschieden“, so Jungenblut. Ohnehin hätte das Ordnungsamt „noch am Montagmittag ein Startverbot verkündet“, so der BMK-Chef. Einen abgespeckten Zug wie in Köln wäre für Münster nicht denkbar gewesen. „Hier war die Sturmprognose deutlich heftiger als für Köln, fast alle Wagen auch der münsterischen Gesellschaften werden im Umland gebaut und hätten ebenso wie die Holländer nicht kommen können“, so Meier. Die Prinzengarde wird für den Umzug 2017 einen eigenen Wagen für Prinz Bernard und das Jugendprinzenpaar bauen. Das gefährt soll ganz vorn gleich hinter dem Kommandowagen rollen. Das Narrenoberhaupt der alten Session wird allerdings nicht im Ornat mitfahren, so die Garde. Für Jungenblut ist „der Karneval jetzt abgehakt“. Sein Fazit: „Schade, aber nicht anders machbar. Ich freue mich auf Rosenmontag 2017!“  

Vor der Entscheidung am Samstag hatte die Stadt Münster signalisiert, einen nachgeholten Rosenmontagszug außerhalb der Karnevalszeit zu unterstützen. Das betonte Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer. „Wenn ein solcher Zug beantragt wird, würde ihn die Verwaltung genehmigen und begleiten“, sagt Heuer.

Münsters Rosenmontagszug war wegen der Sturmwarnungen des Wetterdienstes am Vorabend kurzfristig abgesagt worden. 113 Zugnummern waren vergeben, rund 100 000 Zuschauer erwartet worden.



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