Sa., 20.02.2016

Diskussion über Tier-Steuern Auch Pferdebesitzer müssen zahlen

Nicht nur Hundebesitzer müssen in Münster in die Tasche greifen. Wer in NRW mit einem Pferd unterwegs ist, muss eine Abgabe an das Land entrichten – aktuell etwas mehr als 30 Euro im Jahr.

Nicht nur Hundebesitzer müssen in Münster in die Tasche greifen. Wer in NRW mit einem Pferd unterwegs ist, muss eine Abgabe an das Land entrichten – aktuell etwas mehr als 30 Euro im Jahr. Foto: dpa

Münster - 

Hundebesitzer sind nicht die einzigen Tierhalter, die für ihre Vierbeiner in die Tasche greifen müssen. Auch Pferdebesitzer werden zur Kasse gebeten. Freuen können sich allerdings Katzenhalter.

Von Martin Kalitschke

Nicht nur Hundebesitzer müssen für ihre Tiere in die Tasche greifen. Auch Pferdebesitzer haben eine Abgabe zu entrichten – sofern sie mit dem Vierbeiner ausreiten. Glücklich können sich hingegen Katzenbesitzer schätzen: Sie dürfen ihre Tiere zum Nulltarif halten.

Am Mittwoch hatte der Rat die Hundesteuer angehoben – woraufhin bei Lesern unserer Zeitung eine Diskussion über deren Sinn und Zweck entbrannte. Joachim Schiek, Sprecher der Stadt Münster, betont, dass es die Hundesteuer bereits „seit Menschengedenken“ gebe. Ihre Geschichte gehe bis ins Mittelalter zurück. Ziel sei es damals gewesen, eine Hundeflut in Städten abzuwehren.

Dass damals nicht auch keine Katzensteuer eingeführt wurde, hatte durchaus seinen Grund: Hunde galten als Luxus-Accessoire – deren Herrchen daher als wohlhabend. Katzen hingegen wurden als Nutztiere eingestuft, die Mäuse, Ratten und andere Tiere vertreiben. Dies, so sagen Gegner einer Katzensteuer, sei noch heute der Fall – zum Beispiel auf Bauernhöfen.

Wie hoch die Hundesteuer ist, bleibt den Kommunen überlassen. Die Einnahmen aus dieser Steuer dürfen sie behalten, sie fließen in die städtische Kasse, was die Stadt mit dem Geld macht, kann sie frei entscheiden.

Anders sieht es bei der Reitabgabe aus. Sie wird vom Land NRW erhoben, aber von der Stadt kassiert. Die Einnahmen leitet sie nach Düsseldorf weiter – von wo diese wieder nach Münster (oder in andere Kommunen) als Landeszuschuss zum Bau von Reitwegen zurückfließen. Reitet ein Pferdebesitzer aus, muss er für ein Tier 30,50 Euro pro Jahr bezahlen. Rund 800 Reitkennzeichen sind laut Schiek aktuell in Münster im Umlauf. Das Reitwegenetz umfasst hier momentan rund 100 Kilometer.

Die Einführung einer Katzensteuer würde hingegen schon in den Anfängen scheitern, sei doch überhaupt nicht bekannt, wer in Münster überhaupt eine Katze besitzt. Theoretisch könnte der Rat natürlich eine solche Steuer beschließen, sagt Schiek. Doch organisatorisch wäre sie kaum umzusetzen, räumt er ein. Immer wieder habe es aus der Bürgerschaft die Anregung gegeben, eine Katzensteuer einzuführen – „immer dann, wenn die Hundesteuer erhöht wurde“.

Doch kein einziges Mal habe es dieser Vorschlag bis in den Rat der Stadt geschafft.

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