Fr., 19.02.2016

Sleep-In und Obdachlosen-WG mit neuer Adresse Hilfe unter einem Dach

Die neuen Sleep-In-Wohnungen und eine WG für vormals obdachlose Frauen sind von der Diakonie eröffnet worden: Darüber freuen sich (v.l.) Daniela Plaumann, Anne Kösters, Jochen Kriegerskote, Marion Kahn, Ulrich Lips, Norbert Siebers und Michael Wierling.

Die neuen Sleep-In-Wohnungen und eine WG für vormals obdachlose Frauen sind von der Diakonie eröffnet worden: Darüber freuen sich (v.l.) Daniela Plaumann, Anne Kösters, Jochen Kriegerskote, Marion Kahn, Ulrich Lips, Norbert Siebers und Michael Wierling. Foto: kv

Münster - 

Das Sleep-In für Jungen und für Mädchen ist jetzt unter einem Dach. Zusätzlich hat die Diakonie in dem Haus an Friedrich-Ebert-Straße 133 noch eine Wohngemeinschaft für obdachlose Frauen eingerichtet.

Von Karin Völker

Jugendliche, die im eigenen Elternhaus keinen Platz mehr haben – das ist abseits pubertärsbedingter Probleme mitunter Realität. Seit 23 Jahren gibt es in Münster bereits eine Zuflucht für Jungen, die ihr bisheriges Zuhause verlassen haben, seit zehn Jahren auch für Mädchen. Die beiden, von der Diakonie betreuten „Sleep-Ins“ haben jetzt eine neue Heimat an der Friedrich-Ebert-Straße 133 gefunden.

Am Freitag wurden die Wohnungen mit einer Feier in Betrieb genommen. Hinzu kommt unter diesem Dach noch eine weitere neue Einrichtung: Eine Vier-Zimmer-Wohnung im Haus bietet die Diakonie als Wohngemeinschaft für obdachlose Frauen an. „Wir haben festgestellt, dass es einen hohen Bedarf gibt, vor allem für jüngere Frauen, die nicht mehr von der Jugendhilfe betreut werden“, erklärte Marion Kahn, die Geschäftsführerin des Bereichs Jugendhilfe bei der Diakonie.

Die größte Dankbarkeit galt bei der Einweihung der Vermieterin des Hauses. „Es war sehr schwierig, eine neue Bleibe zu finden, nachdem unsere alten Räumlichkeiten am Dahlweg nicht mehr zur Verfügung standen“, berichtete Kahn. Dort hat die Stadt jetzt Flüchtlinge untergebracht. Der Wohnungsmarkt ist bekanntlich eng, eine Nähe zum Bahnhof und zur Innestadt sei wichtig, und: „Viele Vermieter fürchteten Probleme wegen unserer Jugendlichen.“

Die Plätze in den „Sleep-In“-Wohnungen sind fast immer belegt, sagten die dort tätigen Pädagogen. „Weggeschickt wird aber niemand“, ergänzte Daniela Plaumann, die seit zehn Jahren im Sleep-In für Mädchen arbeitet. Dort stehen vier Plätze zur Verfügung, für die Jungen sind es zehn.

Die beiden „Sleep-In“-Wohnungen sind immer nur ab 18 Uhr über die Nacht geöffnet. Sie sollen eine erste Zufluchtstätte für Jugendliche sein, die aus unterschiedlichen Gründen ihr Elternhaus verlassen haben. Sozialpädagogen bieten an, mit ihnen eine Perspektive zu suchen. Es kommen zunehmend Jugendliche, die über den kommunalen Sozialen Dienst vermittelt werden, sagt Daniela Plaumann. In den ersten Jahren sei das Sleep-In stärker von Jugendlichen genutzt worden, die – etwa als Punks – auf der Straße gelandet waren.

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