So., 21.02.2016

Benefizkonzert für den Denkmalschutz Barockes Gesamtkunstwerk in höchsten Tönen bejubelt

Die Akteure des Benefizkonzertes (v.r.): Florian Sonnleitner, Sigrid Karliczek und Dr. Ulrich Reinke.

Die Akteure des Benefizkonzertes (v.r.): Florian Sonnleitner, Sigrid Karliczek und Dr. Ulrich Reinke. Foto: Erhard Obermeyer

Münster - 

Florian Sonnleitner, erster Konzertmeister des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, stellte sich in den Dienst des Denkmalschutzes. Das Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz hatte eingeladen, der Erlös fließt in die Restaurierung von Schloss Senden.

Von Erhard Obermeyer

Die Freude wirkte richtig ansteckend: Florian Sonnleitner verstand es, sein Publikum zu begeistern. Mit seinem phänomenalen Violinspiel, mit seinen beschwörenden Erläuterungen der Bachschen Zahlensymbolik – „bewiesen ist aber gar nichts“. Und dabei immer wieder dieses lausbübische Lächeln: Das Benefizkonzert am Samstag im Erbdrostenhof wurde zu einer gelungenen Werbung für den Denkmalschutz, es war gleichsam ein barockes Gesamtkunstwerk in der Regie von Sigrid Karliczek, der rührigen Vorsitzenden des Ortskuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Florian Sonnleitner, erster Konzertmeister des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, stellte sich unentgeltlich in den Dienst der guten Sache, des Denkmalschutzes. Er spielte jetzt schon zum dritten Mal im schönsten Saal Münsters, im Erbdrostenhof, dessen Restaurierung mit stattlichen Zuschüssen der Denkmalstiftung inzwischen abgeschlossen ist. Aber Sigrid Karliczek nannte bereits ein neues Ziel: Schloss Senden, das vor dem Abbruch bewahrt wurde und dessen neuer Trägerverein (der Vorstand war anwesend) bereits einen Zuschussantrag bei der Denkmalstiftung gestellt hat. Der Spendenerlös dieses Konzertabends bei freiem Eintritt war denn auch bestimmt für die Restaurierung von Schloss Senden.

Florian Sonnleitner ist nicht nur ein brillanter Geiger, er versteht es auch, seinen Zuhörern die Besonderheiten der Kompositionen nahe zu bringen. So bei den zwölf Fantasien von Georg Philipp Telemann, den er als musikalischen Hausfreund für Gebildete vorstellte. Und auch der wusste schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, seine Hörer zu verblüffen – mit dem kürzesten Satz aller Zeiten, der gerade mal vier Takte dauerte. Paul Hindemith vom Anfang des vorigen Jahrhunderts war ein anderes Kaliber, kantiger, greller, ungewohnter, aber auch er mit Anlehnung an Johann Sebastian Bach. In der Pause hatte der Kunsthistoriker Dr. Ulrich Reinke einen „Blick in die griechische Mythologie mit den Augen des Barock“ getan und dabei die Augen geöffnet für so mache geheimnisvolle malerische Anspielung im Festsaal.



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