So., 21.02.2016

Kreuzgemeinde diskutiert Weggang von Pfarrer Frings „Lasst uns unsere Zukunft planen“

Pastoralreferent Daniel Drescher (l.) im Gespräch mit Gemeindemitgliedern, die den Weggang von Pfarrer Frings bedauern.

Pastoralreferent Daniel Drescher (l.) im Gespräch mit Gemeindemitgliedern, die den Weggang von Pfarrer Frings bedauern. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Die meisten Gemeindemitglieder sind traurig darüber, dass Pfarrer Frings nach Ostern geht. Viele haben Verständnis für die Entscheidung. Der Pfarreirat hatte nach den Gottesdiensten zum Gespräch eingeladen.

Von Gabriele Hillmoth

30 Jahre hatte die Gottesdienstbesucherin mit der Kirche nichts zu tun, durch Pfarrer Frings sei sie wieder zurückkehrt. Er habe ihr den Weg geöffnet – und jetzt das. Die Ankündigung von Pfarrer Thomas Frings, dass er die Gemeinde Heilig Kreuz Ostermontag verlassen wird, um in ein Kloster zu gehen, war für viele in Kreuzgemeinde ein Paukenschlag. Am Samstagabend und am Sonntagmorgen bot der Pfarreirat darum der Gemeinde ein Gespräch an.

Die meisten Besucher teilten dabei ihre Traurigkeit mit. Sie seien schockiert. Was kommt danach? Eine Frage, die viele in der Gemeinde beschäftigt. Bernd Wilken hofft, dass die Wünsche des Pfarreirates bei der Neubesetzung der Pfarrerstelle vom Bistum gehört werden.

Wenn niemand über die Zukunft nachdenken würde, dann bliebe die Zeit stehen, betonte Pfarrer Frings in seiner Predigt. Das möchte der Pfarreirat von Kreuz nicht. Sein Signal lautete darum auch: „Die Erde geht nicht unter, wir machen weiter“, versicherte Erich Traphan, einer der Vorsitzenden des Gremiums. „Es gibt viele Ideen und Impulse“, so Martin Ilgen vom Pfarreirat.

Die Entscheidung von Pfarrer Frings habe sie traurig gemacht, sagte Erich Traphan, aber sie würden die Worte von Frings nicht als Kritik an der Gemeinde, sondern an der gesamten Kirche betrachten. „Kreuz ist eine tolle und zukunftsfähige Gemeinde“, zitierte der Vorsitzende den Pfarrer.

Traphan war nach der Ankündigung von Frings in der vergangenen Woche beruflich unterwegs, aber noch nie sei sein Handy so oft gegangen wie in dieser Zeit. Ein Gesprächsbedarf sei vorhanden. Lasst uns unsere Zukunft planen, forderte der Pfarreirat darum die Gläubigen auf. Eine konkrete Entscheidung des Bischofs, wie es in Kreuz weitergeht, gebe es noch nicht. Das Ereignis habe sie als Pfarreirat während der Entwicklung des künftigen Pastoralplans getroffen, wobei es genau um die Zukunft der Gemeinde gehen würde.

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Es wird nach Frings nie wieder so, wie es jetzt ist.

Gemeindemitglied, das nicht genannt werden will

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„Ich komme wegen ihm, weil er ein guter Prediger ist. Ich finde den Schritt konsequent“, sagte die Cousine des Pfarrers, Barbara Frings. „Ich bin hier aufgewachsen. Es wird nach Frings nie wieder so, wie es jetzt ist“, befürchtete ein älteres Gemeindemitglied. Viele akzeptieren den Rückzug des Pfarrers, können den Schritt nachvollziehen. „Es geht weiter und hängt nicht von einer Person ab“, so ein Pfarreiratsmitglied.

Der Weggang schlägt Wellen, stellte Elisabeth Bröker-Heise fest. Sie selbst sei in Thomas Morus aufgewachsen und wohne dort. Ihre Wege führten immer wieder in die Kreuzkirche, weil gerade Pfarrer Frings die Menschen besonders angesprochen habe. Er habe viel bewirkt und sei beliebt gewesen. „Allein das Wort, die Gestaltung und die Atmosphäre – alles ist übergesprungen auf die Menschen und hat berührt“, so die Gottesdienstbesucherin. Frings sei authentisch und mit starken Worten im Sinne der frohen Botschaft unterwegs. „Ich fühle mich hier immer gut“, so Bröker-Heise.

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