Mo., 22.02.2016

Borchert-Theater zeigt „Die Wunderübung“ Der Therapeut hat es schwer

Sag es durch die Blume (v. l.): Hannah Sieh, Jürgen Lorenzen und Sven Heiß spielen im Borchert-Theater die Boulevardkomödie „Die Wunderübung“, in der es um nichts weniger als die Rettung der Liebe geht.

Sag es durch die Blume (v. l.): Hannah Sieh, Jürgen Lorenzen und Sven Heiß spielen im Borchert-Theater die Boulevardkomödie „Die Wunderübung“, in der es um nichts weniger als die Rettung der Liebe geht. Foto: WBT

Münster - 

Judith Kuhnert inszeniert die Boulevard-Komödie „Die Wunderübung“ für das Wolfgang-Borchert-Theater.

Von Gerhard H. Kock

„Wunder vollbringen wir nicht“, sagt Evelyn Hamann, als sich die Blömanns zur Paartherapie bei ihr melden. Ob Loriots „Grundformen des Küssens“ geholfen haben, ist nicht überliefert. Dafür liefert Daniel Glattauer nun „Die Wunderübung“ für Paare. Judith Kuhnert inszeniert das Stück für das Wolfgang-Borchert-Theater.

Die „leichte Boulevard-Komödie“, so Kuhnert, beginne mit Joanas und Valentin, deren Ehe am Tiefpunkt ist. Dabei werde „jedes Klischee bedient“: Die Frau ist ein emotionales Kraftwerk, das viel redet und niemanden zu Wort kommen lässt. Der Mann ist ein unterkühlter Waschlappen, der eiskalte Technokrat. Eine Paartherapie soll ihre Liebe retten.

Doch beim Therapeuten geht das kriselnde Eheleben ungebrochen weiter – nun unter Aufsicht. Der Therapeut greift zu drastischen Mitteln, doch das Paar kommt aus dem gewohnten, lustvollen Streitverhalten nicht heraus. Der Therapeut wirft die beiden Streitvögel hinaus.

Fotostrecke: "Die Wunderübung" im Wolfgang-Borchert-Theater

„Die Wunderübung ist eine Boulevard-Komödie mit besonderen Wendungen“, betont die Regisseurin. Dementsprechend fängt der Spaß fürs Publikum erst an. Denn der Paar-Therapeut ist selbst nicht problemfrei . . . Ein Wunder muss her.

Judith Kuhnert verspricht einen „lustigen Abend“. Das Stück gebe sich realistisch, aber wem fielen in den kritischen Situationen schon „krachende Formulierungen“ ein. In ihrer Inszenierung überhöhe sie die Probleme und die Situationen, um weg vom Realismus zu kommen. „Ich empfehle das Stück besonders Paaren, weil es wunderbar ist, zusammen zu lachen.“ Den Paartherapeuten versteht die Regisseurin als einen „Magier“, der den Theatersaal (Bühne: Carola Volles) schon mal mit Pflanzen zustellt: die Ehe als Dschungel.

In seinem ersten Theaterstück erweist sich Daniel Glattauer, der mit den Roman-Adaptionen „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ im Borchert-Theater zu sehen war, als Meister der feinen Zwischentöne im Kanon der Gefühle. Der Autor ist vom Fach: Glattauer hat eine Ausbildung zum psychosozialen Berater absolviert. Seine Beobachtungen aus Gruppen- und Einzelsitzungen sind unverkennbar in das Stück eingeflossen.

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Die Premiere am Donnerstag (25. Februar) ist ausverkauft. Für die nächsten Vorstellungen am Samstag und Sonntag (27. und 28. Februar) gibt es wenige Karten unter ✆ 4 00 19.

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