Do., 25.02.2016

TUN-Arbeitskreis 83 im Krameramtshaus Ganz was Neues

Jürgen Koberstein malte bislang Porträts. Für die Ausstellung von „Tun“ wagte er das Experiment und begab sich auf das Feld der Abstraktion.

Jürgen Koberstein malte bislang Porträts. Für die Ausstellung von „Tun“ wagte er das Experiment und begab sich auf das Feld der Abstraktion. Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

Die Künstler vom TUN-Arbeitskreis 83 wagen Experimente: Ein Porträtmaler wird geometrisch, aus drei Hasen werden Pferde, und bei einem Bild piept es richtig . . .

Von Gerhard H. Kock

Diese Künstler sind vielleicht nicht mehr jung an Jahren, aber sie fordern sich wie die Jungen. „Experimente“ gab sich der „Tun-Arbeitskreis 83“ diesmal als Thema und stellte sich der Herausforderung mit mutigen Entschlüssen.

Jürgen Koberstein malt sonst gegenständlich, Porträts zum Beispiel. Im Krameramtshaus sind drei geometrische, fast rein abstrakte Gemälde zu sehen. Im Bild „Herbst“ ist eine mutmaßlich florale Struktur zu sehen; ein Element hat sich gelöst und fällt aus dem Rahmen: Herbst eben. Dr. Peter Jansen nimmt das Experiment als Schöpfung. Geschöpftes Papier bildet Hintergründe, auf denen sich „Playmobil“ tummelt. Eine Plastik-Blaumeise mit Lichtsensor reagiert auf Betrachter mit Tirilieren. Eine Geschmacksverirrung? „Kitsch-Kunst“ betitelt Jansen sein Werk, was zeigt, dass Künstler dieser Gruppe bei aller Ernsthaftigkeit ein entspanntes Verhältnis zur Kunst haben.

Das ist bei Dr. Ulrike Weßling offensichtlich, die auf die pfiffige Idee kam, dem berühmten Paderborner „Drei-Hasen-Fenster“ ein münsterische Pendant zur Seite zu stellen: Angeregt durch einen Gulli-Deckel mit Westfalenross kopierte sie das Pferd dreimal und ordnete die Kopien entsprechend als Trio: „Die Rösser mitten in dem Reif, sie teilen Mähne sich und Schweif“.

Für den unbedarften Betrachter weniger offensichtlich sind die Material-Experimente. Britta Meeßen montiert bearbeitete Fotos übereinander. Fotografien von Alpen treffen auf Fotografien von Akt-Aquarellen der Künstlerin – Gebirgslandschaften und Körperlandschaften verschwimmen und bleiben zugleich erkennbar. Jutta Denninger hat Markisenstoff mit Schaumstoff unterfüttert und als Malgrund genommen. Das Acryl verschwimmt hier wie Wasserfarbe. Ruth Neumann bringt Moorlauge (auch als Badezusatz verwendbar) auf eine Plastiktüte auf. Durch den Trocknungsprozess entstehen scheinbare Vergilbungseffekte, die den Arbeiten eine Patina geben. Gestische Informel-Malerei ist bei Monika Katschmarek zu sehen. Diese hat sie aber mit dem Silikonpinsel fast grafisch exakt nachbearbeitet, Schichten freigelegt.

Zum Thema

Die Vernissage ist am Donnerstag (25. Februar) um 18 Uhr im Krameramtshaus, Alter Steinweg 6/7. Bis 22. März.

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3828926?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F