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Do., 25.02.2016

Kreis Recklinghausen klagt gegen Erweiterungsbau Recklinghausen klagt gegen Labor-Erweiterung in Münster

Seit 2003 residiert das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt CVUA an der Joseph-König-Straße im Zen­trum Nord. Der geplante Erweiterungsbau soll neben dem linken Gebäudeteil entstehen und mit ihm über eine Brücke verbunden werden.

Seit 2003 residiert das Chemische und Veterinärunter­suchungsamt (CVUA) an der Joseph-König-Straße im Zen­trum Nord. Der geplante Erweiterungsbau soll neben dem linken Gebäudeteil entstehen und mit ihm über eine Brücke verbunden werden. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Der Kreis Recklinghausen will auf jeden Fall Standort des Untersuchungsamts CVUA bleiben. Doch der Mietvertrag in Recklinghausen läuft aus, und der offenbar günstigste Weg wäre eine Fusion am Standort Münster. Dagegen wehrt sich Recklinghausen mit Zähnen und Klauen . . .

Von Lukas Speckmann

 Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe (CVUA-MEL) steckt in der Klemme. Einerseits muss es dringend einen Erweiterungsbau an der Joseph-König-Straße errichten, um bi s zu 45 Mitarbeiter aufzunehmen, die voraussichtlich in zweieinhalb Jahren den bisherigen Zweitstandort Recklinghausen verlassen müssen; der Baubeschluss steht, die Finanzierung von neun Millionen Euro ist in trockenen Tüchern, das Grundstück verfügbar. Andererseits wird gegen den Bau derzeit eine Klage vorbereitet. Kläger: der Kreis Recklinghausen, einer der Träger des Amtes. Der Kreistag hat die Klage einstimmig beschlossen.

„Eine sehr unschöne Situation“, sagt der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Peter Fürst, „zu dem Neubau gibt es keine realistische Alternative.“ Unerträglich sei vor allem, dass er seinen Leuten in Recklinghausen nicht erklären könne, wie es mit ihnen weitergeht: „Die Ungewissheit ist das Schlimmste.“

Der Kreis Recklinghausen beruft sich auf einen Vor­behalt, der 2009 bei der ­Fusion zum heutigen CVUA-MEL vereinbart worden war: Der Standort Recklinghausen hat Bestandsschutz, es sei denn, der Kreis stimmt seiner Auflösung ausdrücklich zu. Aber genau das tut er nicht. „Es geht um rund 40 hoch qualifizierte Arbeitsplätze in Recklinghausen“, sagt Kreissprecher Jochem Manz. „Das ist eine Größenordnung, die man nicht leichtfertig aufgibt.“

Peter Fürst kennt den Vorbehalt. Aber, sagt er, es gehe gar nicht darum, den Standort Recklinghausen aus wirtschaftlichen Gründen auf­zugeben: Vielmehr ende 2018 der Mietvertrag im ­sanierungsbedürftigen Kreishaus. Trotz intensiver Suche habe man in und um Recklinghausen keine Räume gefunden, die den heutigen Vorschriften für die Hightech-Labore der amtlichen Spürnasen entsprächen. Es müsse also einen Neubau geben – und der sei in Münster nach Ansicht von Gutachtern unschlagbar günstig, weil sich durch die Synergieeffekte bis zu 400 000 Euro jährlich sparen ließen. Die öffentlichen Träger bestehen auf der sparsamsten Variante betont Fürst.

Um eine Lösung des absehbaren Konflikts sei jahrelang gerungen worden. Das Land habe durch Schaffung mehrerer Stellen bei einer ähnlichen Behörde in Recklinghausen den Verlust bereits überkompensiert, sagt Fürst, überdies werde kein einziger Arbeitsplatz aufgegeben: „Ich weiß nicht, was der Kreis Recklinghausen mit der Klage bezweckt.“ Die Zeit drängt: Wenn der vom Dortmunder Architekturbüro Gerber geplante Erweiterungsbau 2018 bezogen werden soll, müsste das Projekt konsequent verfolgt werden.  



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