Mo., 29.02.2016

Jahreskonzert der Westfälischen Schule für Musik im ausverkauften Großen Haus Von Bahnhof bis Beethoven

Die Jekiss-Chöre füllten gleich zum Auftakt die Bühne im Großen Haus des Theaters. Beim Jahreskonzert der Musikschule zeigten die Solisten und Ensembles unterhaltsam und kurzweilig ihren Leistungsstand.

Die Jekiss-Chöre füllten gleich zum Auftakt die Bühne im Großen Haus des Theaters. Beim Jahreskonzert der Musikschule zeigten die Solisten und Ensembles unterhaltsam und kurzweilig ihren Leistungsstand. Foto: mms

Münster - 

Dreistündiges Jahreskonzert der Westfälischen Schule für Musik im ausverkauften Großen Haus bot das „traurigste Lied der Musikgeschichte“ und am Ende in bisschen Beethovens Fünfte.

Von Michael Schardt

Bunt und vielfältig, facettenreich, unterhaltend und kurzweilig, so gestaltete sich das Konzert des Jahres der Westfälischen Schule für Musik, das im Großen Haus des Stadttheaters ein voll besetztes Auditorium fand. Beim kurz getakteten, musikalischen Crossover, das vom Mittelalter bis in die Gegenwart und von Europa über den Nahen Osten bis Amerika reichte, hatten die fortgeschrittenen, aber auch sehr jungen Schüler Gelegenheit, ihr hervorragendes Können zu beweisen. Charmant und informativ führte Professor Ulrich Rademacher durch das fast dreistündige Programm.

Für einen temperamentvoll-rockigen Phil-Collins-Auftakt sorgte das „Peaches“-Gesangsensemble, das zudem im Verein mit den Jekiss-Schulchören auch zahlenmäßig die große Bühne voll in Beschlag nahm. Eine kleine, im Salonstil komponierte Pariser Serenade von Cécile Chaminade brachten die sehr jungen Musiker Tabitha Hakenes (Querflöte) und Kai Long Breker (Piano) in feinem Zusammenspiel zu Gehör.

Gleich zweimal vermeinte man, das Theater habe sich in einen Bahnhof verwandelt, als nämlich das Bläserensemble „Brassissimo“ unter Leitung von Alfred Holtmann mit Jim Parkers „Grand Central Station“ vielstimmig nach New York entführte, beziehungsweise Sonja Kowollik bei der einzigen Solonummer des Abends Geoffrey Whartons „Der Zug“ virtuos auf der Violine intonierte.

Lust auf mehr weckten erste Vorab-Auszüge einer neuen Musical-Produktion, die das Junge Theater Münster in Kooperation mit der Theatergruppe des Kreativ-Hauses unter Leitung von Miriam Köpke in Arbeit hat. In „Der kleine Horrorladen“ nach Alan Menken und Howard Ashman kann ein marodes Blumengeschäft nur durch die Züchtung einer besonderen Pflanze vor der Schließung gerettet werden. Dass diese Pflanze aber Blut als Nahrung verlangt, sorgt für Spannung und viele zu bestehende Abenteuer für die überwiegend jugendlichen Helden. Premiere ist am 2. April im Kleinen Haus.

Unter den vielen begeisternden Stücken stachen unter anderem die von Linda Tetzlaff zweisprachig vorgetragene Swing-Nummer „Just the two of us“ von Bill Withers und die f-Moll Sonate Telemanns hervor, die Boy David Mackenroth (Klavier) und Maria Mertes (Euphonium) einstudiert hatten.

Als Hintergrundmusik für die Bilder des „11. September“ ist das „Adagio for Strings“ von Samuel Barber auch 15 Jahre nach den Geschehnissen noch vielen Menschen im Ohr. Das „traurigste Lied der Musikgeschichte“ (Rademacher) wurde vom Jugendkammerorchester einfühlsam und elegisch vorgetragen. Beifallsstürme ernteten zum Abschluss die jungen Sinfoniker unter Leitung von Tor Song Tan mit Beethovens Fünften (Allegro).



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3838543?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F