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Do., 03.03.2016

Im Institut für Evolutionsbiologie wird gesungen statt seziert Der Mittagspausenchor

Henrik Röhl studiert mit dem Biologen drei- bis viertstimmige Arrangements ein. Der Chor stiftet Gemeinschaft im Institut – hier singt der Professor neben dem Bachelor-Studenten.

Henrik Böhl studiert mit dem Biologen drei- bis viertstimmige Arrangements ein. Der Chor stiftet Gemeinschaft im Institut – hier singt der Professor neben dem Bachelor-Studenten. Foto: kv

Münster - 

Jeden Donnerstag wird es mittags im Hörsaal der Evolutionsbiologen der Universität musikalisch. Teile der Belegschaft treffen sich zum Singen – eine gemeinschaftsstiftende Aktion, finden die Wissenschaftler, Laborangestellten und Studierenden.

Von Karin Völker

Im Hörsaal des Instituts für Evolutionsbiologie gibt es immer donnerstagmittags eine unerwartete Klangkulisse. Auf der Tafel stehen allerlei Formeln, jemand hat das Design einer Studie skizziert, doch das spielt jetzt keine Rolle.

Vor der Tafel stehen im Kreis rund 20 Mitarbeiter und Studierende des Instituts und singen. In der Mitte dirigiert, tanzt und hüpft der Chorleiter dieser ungewöhnlichen Mittagspause. Henrik Röhl, Absolvent der Musikhochschule Münster, kommt mit seiner Gitarre seit vier Jahren hierher an die Hüfferstraße, um mit den Biologen zu singen. Songs, die jeder kennt: „Halleluja“ von Leonard Cohen, „Wonderwall“ von Oasis, „When the lion sleeps tonight“, solche Sachen. Einfache, aber bis zu vierstimmige Arrangements schmettern die Biologen zur Gitarrenbegleitung, dass es nur so eine Freude ist, zuzuhören. Und zuzusehen: Dem sehr temperamentvollen Dirigat von Henrik Röhl kann sich niemand entziehen.

Die Doktorandinnen Sruthi Sreekumar aus Indien und Ahjiani aus Marokko sind an diesem Donnerstag zum ersten Mal da. Hanna Ruhmann ist Doktorandin und kommt schon seit vier Jahren. „Sehr erfrischend und gemeinschaftsstiftend“ findet sie die musikalische Mittagspause, um deren Organisation sich die technische Assistentin Barbara Hasert kümmert. Sie ist mit 62 Jahren die älteste Sängerin. „Zuerst gab es wohl skeptische Blicke von Kollegen“, erinnert sie sich – aber spätestens, seit der Chor bei der Weihnachtsfeier des Instituts für Stimmung sorgte, sind die Zweifler still geworden.

Die Idee zu der Aktion hatte die mittlerweile an der Uni Köln tätige Professorin Juliette De Meaux. „Sie fand, wir sollten uns nicht in den Labors stumm in unsere Arbeit vergraben“, erzählt Masterstudentin Madeleine Hamley, die für ihre Studien häufig Stichlinge seziert, „jetzt wird dabei auch schon mal gesungen“.



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