Fr., 04.03.2016

Jobcenter Münster Jeder dritte Leistungsempfänger nicht vermittelbar

 

  Foto: Oliver Werner

Münster - 

Rund 21 000 Menschen beziehen in Münster Sozialleistungen. Jeder Dritte davon ist allerdings nicht erwerbsfähig, könnte also nicht in eine Arbeit vermittelt werden. Diese Zahlen ergeben sich aus dem Bericht des Jobcenters Münster, der am Mittwoch dem Sozialausschuss vorlag.

Von Günter Benning

Von den genau 14 629 erwerbsfähigen Beziehern von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) haben 4196 einen Job. Allerdings hat von den abhängig erwerbstätigen etwa die Hälfte (2156) nur Einkünfte bis 450 Euro. Selbstständig arbeiten 373 Bezieher.

Den Bericht legte der Leiter des Jobcenters, Ralf Bierstedt, vor, bevor er per Zug nach Berlin weiterfuhr. Dort moderierte er eine Diskussion mit Bundestagsabgeordneten über die Veränderungen im SGB II. Für ihn ist klar: „Die Hoffnung, dass dieses Gesetz die Arbeit für uns leichter macht, hat sich nicht bestätigt.“

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Leistungsbezieher nur geringfügig erhöht (um 1,2 Prozent).

Von den 5,6 Prozent Arbeitslosen, die von der Agentur für Arbeit im Dezember gemeldet wurden, sind 71 Prozent auch Bezieher von SGB II-Leistungen. Trotz der allgemein guten Konjunktur hat sich in diesem Bereich kaum etwas verändert, was darauf schließen lässt, dass SGB-II-Empfänger erhebliche Probleme haben, in den Arbeitsmarkt zu kommen.

In Münster werden Leistungsempfänger deutlich weniger abgestraft als bundesweit, wenn sie Auflagen verletzt haben. Die „Sanktionsquote“ liegt bei 2,3 Fällen von 100. Das war im September 2015 noch weniger (-9,8 Prozent) als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Quote liegt in NRW bei 2,8 Prozent, bundesweit bei 3,1 Prozent. Im Durchschnitt führte eine Sanktion zur Kürzung der Leistungen um 93,20 Euro, bundesweit waren es 106,91 Euro.

Das Jobcenter hat verschiedene Ziele vereinbart, die unterschiedlich erreicht wurden. Bei der Integration für Langzeitbezieher konnte ein Plus von 100 Integrationen (auf 3350) erreicht werden. Bei der Betreuung von Ausländern gehen aber zunächst Sprach- und Integrationskurse vor.

Landesweit, so Ralf Bierstedt, habe Münster ein sehr gutes Ergebnis erreicht. Im Ausschuss mahnte die SPD an, es sollten künftig mehr Mitarbeiter mit Migrationshintergrund eingestellt werden, um die Vermittlungsquoten zu verbessern.



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