Sa., 05.03.2016

Filmreihe „Drehbuch Geschichte“ im Cinema Migrationsland Deutschland

Val Maloku spielt den zehnjährigen Nori im Film „Babai“, der den Auftakt zur Reihe bildet.

Val Maloku spielt den zehnjährigen Nori im Film „Babai“, der den Auftakt zur Reihe bildet. Foto: Missing Films

münster - 

Das türkische Lied „Almanya aci vatan“ gibt den Titel vor: „Deutschland bitteres Vaterland“ ist die Filmreihe überschrieben, die im Rahmen von „Drehbuch Geschichte“ zu sehen ist.

Von Sohrab Dabir

Der zehnjährige Nori und sein Vater Gesim verkaufen gemeinsam Zigaretten auf den Straßen Kosovos der 90er-Jahre. Als der Vater aus der Heimat nach Deutschland flieht, folgt ihm sein Sohn auf der gefährlichen Reise . . .

Der preisgekrönte Film „Babai“ bildet den Startschuss von „Drehbuch Geschichte“, das sich unter dem Titel „Deutschland bitteres Vaterland“ in sechs Werken dem Thema Migration widmet. Der Titel der Filmreihe bezieht sich auf das türkische Lied „Almanya aci vatan“. „Türkische Frauen besingen darin ihre Männer, die hierhin auswandern“, erklärt Mark Lorei vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der die Migrations-Reihe gemeinsam mit der „Villa ten Hompel“, „Linse“, „Kriegsgräberfürsorge“ und dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ initiiert hat.

„Das Flüchtlingsthema ist nicht erst seit einem Jahr aktuell. Deutschland ist schon seit Jahrzehnten ein Migrationsland“, erklärt Prof. Dr. Markus Köster (LWL). Das Thema Migration werde in den Filmen aus den Jahren 1949 bis 2015 aus vielen Blickwinkeln dargestellt. „Die Besucher bekommen die Gelegenheit, von einem Experten in das jeweilige Thema eingeführt zu werden. Zudem wird den Kinobesuchern eine Diskussionsrunde mit den beiden Hauptdarstellern von ‚Babai‘ geboten“, sagt Lorei.

Das Thema Illegalität behandelt zum Beispiel der deutsche Film „Weil ich schöner bin“. Darin wird die Geschichte eines 13-jährigen Mädchens erzählt, das mit ihren Eltern illegal in Berlin wohnt.

„Die Menschen stehen im Vordergrund der Handlungen. Die Filme führen uns vor Augen, dass sich Geschichte wiederholt“, so Dr. Christoph Spieker (Villa ten Hompel). Weitere Filme von „Drehbuch Geschichte“ sind „Gold“, „Angst essen Seele auf“, „Shirins Hochzeit“ sowie die zweiteilige Dokumentation „Kalte Heimat“, die in der Villa ten Hompel laufen wird.

Zum Thema

Die Filmforen „Drehbuch Geschichte“, finden vom 8. März bis 2. Mai statt. Informationen zu den Terminen gibt es beim Medienzen­trum online. 

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