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Fr., 04.03.2016

Zwei Demos am Wochenende Polizei im Demo-Modus

So jubeln die Preußen-Fans im Stadion, heute wollen sie davor demonstrieren.

So jubeln die Preußen-Fans im Stadion, heute wollen sie davor demonstrieren. Foto: pp

Münster - 

Die Polizei rechnet mit keinen größeren Ausschreitungen bei den beiden angemeldeten Fan-Versammlungen am Samstag ab 11 Uhr und am Sonntag ab 9 Uhr im Zusammenhang mit dem Drittliga-Derby zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück.

Von Helmut Etzkorn, Thomas Rellmann

Am heutigen Samstag beginnt eine Kundgebung um 11 Uhr auf der Stubengasse in der Innenstadt. Rund 300 Preußen-Anhänger wollen auf einem Protestmarsch durch die Stadt bis zum Stadion „gegen Gästeverbote und Repressionen“ demonstrieren. Bei beiden Spielen zwischen den Vereinen in dieser Saison sind Gäste-Zuschauer jeweils nicht zugelassen, weil es in der Vergangenheit wiederholt zu massiven Ausschreitungen kam.

Polizei-Pressesprecher Roland Vorholt geht von einem friedlichen Verlauf aus, trotzdem wird es ein größeres Aufgebot an uniformierten Kräften geben. Die Samstags-Kundgebung soll gegen 14 Uhr am Stadion enden, dort findet zeitgleich das Abschlusstraining der Preußen statt.

Die Bundespolizei wird am Sonntag die Osnabrücker, die sich zwischen 9 und 12 Uhr zu einer Demo vor dem münsterischen Hauptbahnhof treffen wollen, schon im Zug auf dem Weg in die Westfalenmetropole begleitet. Das gilt auch für die Rückfahrt mit der Eisenbahn, die ab 12 Uhr erfolgen soll. Eine zusätzliche Hundertschaft ist angefordert. Vor dem Bahnhof wird wieder Münsters Polizei in Stellung gehen.

Das gilt auch für die vom DFB als Risikospiel eingestufte Begegnung am Sonntag ab 14 Uhr, obwohl ja eigentlich keine Osnabrücker Fans im Stadion an der Hammer Straße sein dürften.

Im Landtag Niedersachsens wurde derweil nun ein Kostenpunkt für den Einsatz beim Hinspiel öffentlich, als die im VfL-Stadion nicht zugelassenen SCP-Anhänger eine kurze und gewaltfreie Kundgebung zum gleichen Thema am Osnabrücker Bahnhof abhielten. Der FDP-Abgeordnete Jan-Christoph Oetjen bekam auf seine kleine Anfrage die unserer Redaktion vorliegende Antwort, dass gut 250 Preußen-Fans rund 400 Beamte gegenüber standen. Hinzu kamen, was nicht unüblich ist, Pferde, Hunde, Wasserwerfer und Hubschrauber. Die Gesamtkosten beliefen sich laut Kalkulation auf 153 456 Euro nach Personalstunden und Sachaufwand – und lag damit signifikant höher als bei normalem Verlauf eines Derbys, bei dem Gäste-Fans zugelassen sind.



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