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Do., 10.03.2016

Lärmschutz in der Innenstadt Erneute Debatte über Tempo 30

Im Bereich des Bült gilt bereits Tempo 30. Um den Lärm in der Stadt zu reduzieren, könnte die Geschwindigkeit nach einem Vorschlag der Stadtverwaltung auch auf anderen Straßen reduziert werden.

Im Bereich des Bült gilt bereits Tempo 30. Um den Lärm in der Stadt zu reduzieren, könnte die Geschwindigkeit nach einem Vorschlag der Stadtverwaltung auch auf anderen Straßen reduziert werden. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Auf die Autofahrer in Münsters Innenstadt rollt eine erneute Debatte über Tempo 30 zu. Hintergrund ist der Lärmaktionsplan, mit dem sich die Politik nach Ostern beschäftigen wird.

Von Ralf Repöhler

Auf die Autofahrer in Münsters Innenstadt rollt eine erneute Debatte über Tempo 30 zu. Hintergrund ist der Lärmaktionsplan, mit dem sich die Politik nach Ostern beschäftigen wird. Das noch vage Konzept sieht bei den aktiven Lärmschutzmaßnahmen vor, dass die Geschwindigkeit auf vielen innerstädtischen Hauptstraßen – auch auf mehrspurigen – von Tempo 50 auf 30 gedrosselt werden soll. Dazu zählen nach einem ersten Entwurf, der unserer Zeitung vorliegt, unter anderem die Hammer Straße bis zur Geiststraße, die Bahnhof- und Eisenbahnstraße sowie die Münzstraße.

Das geheime Papier wird nicht überall für Beifall sorgen. So hatten Oberbürgermeister Markus Lewe und Stadtdirektor Hartwig Schultheiß erst im vergangenen Jahr für ihren Vorstoß, einen zweijährigen Modellversuch zu Tempo 30 in der Innenstadt einzuführen, laute Kritik von der Kaufmannschaft und der IHK erfahren.

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Nun gibt es einen neuen Aufschlag, allerdings mit einem anderen Hintergrund. Er fußt auf einer EU-Richtlinie zur Lärmreduzierung in Städten. „Viele Menschen leiden massiv unter Lärm. Die Vermeidung ist aktiver Gesundheitsschutz“, sagt Münsters Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck.

Mammutprojekt 

Der Lärmaktionsplan ist verwaltungsintern ein Mammutprojekt mit über 100 Seiten. Darin enthalten sind aktive Lärmschutzmaßnahmen wie Geschwindigkeitsreduzierung oder der Austausch von Fahrbahnbelägen, aber auch passive Lärmschutzmaßnahmen wie der Einbau von schallschluckenden Fenstern. Den Vorschlägen zugrunde liegen Untersuchungen, wo es in der Stadt besonders laut ist – so beispielsweise am Bült.

Tempo 30

Hier geht es zum Themen-Special "Tempo 30".

Peck sagt, dass 11 000 Münsteraner von den vorgeschlagenen Maßnahmen profitieren sollen. Beschlossen sei bislang nichts. Die Politik muss ihr Meinungsbild noch finden, wobei die Debatte über Tempo 30 durchaus zu einer Belastungsprobe für die neue schwarz-grüne Ratsmehrheit werden könnte. Auch die Bürger sollen sich laut Peck an der öffentlichen Diskussion beteiligen.

Kosten-Frage

Wie hoch die Kosten für die chronisch klamme Stadt Münster bei der Umsetzung des Lärmaktionsplanes sind, ist noch völlig offen. Klar aber scheint, dass Geschwindigkeitsreduzierungen kostengünstiger und einfacher umzusetzen sind, als der Einbau Tausender schallschützender Fenster.

Grafik "Untersuchungsnetz für das Geschwindigkeitskonzept" zum Download:  

Rechtlich soll eine Genehmigung möglich sein, obwohl innerorts eigentlich die Regelgeschwindigkeit 50 km/h gilt. Der Trick: Es soll keine zusammenhängende Zone entstehen. Vielmehr seien einzelne Abschnitte mit Tempo 30 vorgesehen.

Die Feuerwehr hat Protest angemeldet. Sie befürchtet zu lange Anfahrtszeiten im Einsatzfall.  



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