Di., 15.03.2016

Sieg auf halber Strecke Bahn-Trasse Münster-Lünen wird teilweise zweigleisig

Die Bahnstrecke Münster-Lünen wird teilweise zweigleisig.

Die Bahnstrecke Münster-Lünen wird teilweise zweigleisig. Foto: Stepmap (Karte), Lisa Stetzkamp (Illustration)

Münster - 

Jahrelang wurde um den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen gerungen. Jetzt steht fest: Der 42 Kilometer lange, eingleisige Abschnitt wird nur teilweise zweigleisig ausgebaut. Die Entscheidung hat erhebliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr im Münsterland.

Von Elmar Ries

Der Teilausbau je­denfalls steht es im Bundesverkehrswegeplan, der am Mittwoch offiziell in Berlin vorgestellt wird. „Wir hoffen stark auf den Teilausbau“, betonten die beiden CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker (Warendorf) und Karl Schiewerling (Nottuln) gestern auf Nachfrage.

Die beiden Begegnungsabschnitte sollen dem Vernehmen nach zwischen Münster-Amelsbüren und Davensberg sowie zwischen Werne und Lünen eingerichtet werden. Sie sollen helfen, die vielen Verspätungen deutlich zu minimieren.

Das eingleisige Bahnstück ist das Nadelöhr auf der überregional wichtigen Trasse von Hamburg nach Dortmund. Über 400 Millionen Eu­ro hätte es gekostet, ein zweites Gleis durchgängig zu verlegen: Da der errechnete volkswirtschaftliche Nutzen nicht viel größer war, stellte die Bahn die Signale für den Ausbau zwischenzeitlich sogar auf Rot.

Teilausbau - Erfolg oder Misserfolg?

Ist der beschlossene Teilausbau der Bahnstrecke Münster-Lünen nun ein Erfolg oder eine Niederlage? Bei der Bewertung ist es wie mit dem berühmten Glas, das halb voll oder eben halb leer ist. Mehr dazu: hier.

Vor diesem Hintergrund werten Verkehrsexperten den in der Neuauflage des Bundesverkehrswegeplanes festgeschriebenen Teilausbau als Erfolg. „Die Alternative wäre die Beibehaltung der durchgängigen Eingleisigkeit gewesen“, heißt es. Der Ausbau steht derzeit offenbar in der Rubrik „prognostizierter Bedarf“, das ist die zweithöchste Stufe, die schon budgetiert ist. Bedeutet: Das Geld für den Ausbau muss bereitgestellt werden.

Auf der Strecke fährt die Regionalbahn 50. Sie befördert auf dem Abschnitt nach Angaben des Verkehrsträgers ZVM täglich 4500 Fahrgäste. Die Deutsche Bahn will ihren Güterverkehr-Anteil auf der Strecke künftig reduzieren. So sollen unter anderem die im Hamburger Hafen angelandeten Güter demnächst über Minden und Hamm weitertransportiert werden. 



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