Mi., 16.03.2016

1778 errichtet Neutor: Historisches Torhaus wird saniert

Das Torhaus von innen (v.l.): Denkmalpflegerin Mechthild Mennebröcker mit dem künftigen Mieter Wolfgang Nocke, Restaurator Ludger Wennemer, Inhaber Oliver Hild-Hohenstein sowie den Dachdeckermeistern Bastian Kleinwechter und Dominik Pöppelmann.

Das Torhaus von innen (v.l.): Denkmalpflegerin Mechthild Mennebröcker mit dem künftigen Mieter Wolfgang Nocke, Restaurator Ludger Wennemer, Inhaber Oliver Hild-Hohenstein sowie den Dachdeckermeistern Bastian Kleinwechter und Dominik Pöppelmann. Foto: kal

Münster - 

Das Torhaus am Neutor wird restauriert. Die städtische Denkmalpflegerin ist begeistert: Im Inneren ist nahezu die komplette historische Ausstattung aus dem Jahr 1778 erhalten geblieben.

Von Martin Kalitschke

Die kunstvoll verzierte Treppe ist aus dem Jahr 1778, ebenso der Fußboden, der Kamin – „eigentlich alles“, schwärmt die städtische Denkmalpflegerin Mechthild Mennebröcker. Seit Anfang des Jahres wird das Torhäuschen am Neutor, direkt neben dem Deutsch-Niederländischen Korps, saniert – 13 Jahre, nachdem es der münsterische Unternehmer Oliver Hild-Hohenstein vom Bund erworben hatte. Der Mieter, der damals in dem denkmalgeschützten Gebäude wohnte, wollte einfach nicht schneller ausziehen, berichtet er.

Jetzt ist endlich der Startschuss für die Sanierung gefallen. Die Dacharbeiten laufen auf Hochtouren, langsamer geht es im Inneren voran, schließlich gilt es, die historische Originalsubstanz so behutsam wie möglich zu restaurieren. „Wenn das hier fertig ist“, sagt Mennebröcker, „dann wird das ein richtiges Kleinod.“

Zum Spätherbst wird der Künstler Wolfgang Nocke mit Atelier und Galerie als neuer Mieter einziehen. Daneben sollen hier künftig regelmäßig öffentliche Veranstaltungen der Stiftung „Bürger für Münster“ stattfinden, erzählt er.

Das Torhaus ist weitgehend baugleich mit dem gegenüberliegenden Pendant, das schon vor einigen Jahren saniert worden war und in dem heute der Stadtheimatbund untergebracht ist. Im Gebäude, das zurzeit erneuert wird, sei deutlich mehr Originalsubstanz erhalten geblieben, betont Mennebröcker. Anders als gegenüber sei hier auch nie der Keller verfüllt worden.

Die beiden Torhäuser wurden 1778 als neues Eingangstor in die Stadt errichtet – nach den Plänen des Schlaun-Nachfolgers Ferdinand Lipper. In den Gebäuden gab es Stuben, Schlafzimmer, eine Küche und Stallungen. Bewaffnete Wachen sicherten die Eingänge.

Die Gebäude sind der einzige noch erhaltene Rest der einstigen Toranlagen Münsters. Nach 1813 dienten sie lange Zeit als Wohnungen. Ihre letzte umfassende Sanierung liegt Jahrzehnte zurück. Seit 1990 sind sie denkmalgeschützt.

Google-Anzeigen


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3873605?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F