Anzeige

Fr., 18.03.2016

Tagung an der FH befasst sich mit Studienabbrechern Böse Überraschung

Die Professoren (v.l.): Thilo Harth und Frank Dellmann von der FH Münster sowie Christian Tauch von der Hochschulrektorenkonferenz gehörten zu den Koordinatoren der Tagung über eine bessere Studienorientierung und -gestaltung der Studieneingangsphase.

Die Professoren (v.l.): Thilo Harth und Frank Dellmann von der FH Münster sowie Christian Tauch von der Hochschulrektorenkonferenz gehörten zu den Koordinatoren der Tagung über eine bessere Studienorientierung und -gestaltung der Studieneingangsphase. Foto: kv

Münster - 

Genaue Zahlen sind schwer zu ermitteln – aber für die deutschen Hochschulen steht fest: Die Zahl der Studienabbrecher ist durch die Reform der Studiengänge in Bachelor- und Master-Studien nicht nennenswert zurückgegangen.

Von Karin Völker

Das sagt Christian Tauch, der bei der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Projekt „Nexus“ arbeitet. Nexus führt alle Erkenntnisse und Aktivitäten zusammen, um eine bessere Orientierung vor und in der Anfangsphase des Studiums zu geben, unter Studienanfängern mit falschen Vorstellungen aufzuräumen und sie vor bösen Überraschungen zu bewahren.

Am Dienstag und Mittwoch diskutierten 220 Angehörige von Hochschulen aus dem ganzen Bundesgebiet an der Fachhochschule Münster über Strategien.

Es mangele nicht an Informationen über Studiengänge, sagt Dorothea Fricke von der HRK, das Problem sei eher, dass es für Studieninteressierte immer schwieriger werde, sich durch den Dschungel an Informationen über eine stetig wachsende zahl von Studiengängen zurechtzufinden. Die Frage muss lauten, so Tauch: „Welche Informationen helfen, die individuell richtige Wahl zu treffen?“

Die Fachhochschule Münster bietet etwa für Studieninteressierte Workshops an, in denen sie ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Interessen besser kennenlernen und einschätzen lernen. „Wer erfolgreich studieren will, muss sich über sein Interesse für das Fach motivieren können“, nennt Prof. Thilo Harth vom Zentrum für Qualitätsentwicklung an der FH Münster eine wichtige Voraussetzung. „Die Studierenden müssen vorher wissen, was sie erwartet und worum es genau gehen wird“, ergänzt der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Frank Dellmann, Vizepräsident der FH Münster.

An seinem Fachbereich tragen die Lehrveranstaltungen in der Studieneingangsphase dem Rechnung:. Dellmann: „Durch Planspiele lassen sich sehr gut praktische Problemstellungen in einer Disziplin veranschaulichen“, sagt Dellmann.

Die FH versuche insgesamt, am Anfang des Studiums weniger Vorlesungen als kleinere Seminare anzubieten. Thilo Harth registriert sehr wohl, dass mit den gestiegenen Abiturienten- und damit auch den Studienanfängerzahlen mehr junge Leute als früher an die Hochschule kämen, die mit den Anforderungen des Studiums an sich zu kämpfen hätten: Dass ein Studium grundsätzlich „ein hohes Maß an Selbstorganisation“ erfordere, sei nicht jedem klar.

In den Ingenieurwissenschaften, in denen es überdurchschnittlich viele Studienabbrecher gebe, scheiterten viele an den Voraussetzungen, an mathematischem und naturwissenschaftlichem Grundwissen, um die Anforderungen zu meistern. Hier biete die Hochschule Förderkurse an.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3878653?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F