Mi., 23.03.2016

Ordnungsamt sammelt Fahrrad-Waisen am Bahnhof ein „Ein Kampf gegen Windmühlen“

Räumungsaktion: Vor dem Hamburger Tunnel machen die Mitarbeiter des Ordnungsamts „klar Schiff“.

Räumungsaktion: Vor dem Hamburger Tunnel machen die Mitarbeiter des Ordnungsamts „klar Schiff“. Foto: Cengiz Sentürk

Münster - 

Leezen weit und breit: Ein Fahrrad-Meer umsäumt den münsterischen Hauptbahnhof. Herrenlose Drahtesel setzen Rost und Moos an. Unter ihnen sammelt sich Unrat. Um die Stadt von diesen „Fahrradleichen“ zu befreien, rückte jetzt das Ordnungsamt zu einer Räumungsaktion an.

Von Kristina Sehr

Bernhard Korthues vom Ordnungsamt steht mit Kollegen vor dem Hamburger Tunnel bereit. Viele ungenutzte Räder haben sich dort angesammelt – also wird aufgeräumt. „Solche Aktionen sind unvermeidlich“, sagt Korthues. „Das Stadtbild leidet unter den Fahrradbergen. Und die Münsteraner begrüßen diese Aktionen.“

Die Fläche, die diesmal geräumt wird, war eine Woche mit einem grünen Absperrband gekennzeichnet. Sieben Tage hatten Fahrradbesitzer also Zeit, um ihre Leezen abzuholen. Die Räder, die nach dieser Frist immer noch dort stehen, werden nun abtransportiert.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Patrick Brandt und Günther Schenk hebt Bernhard Korthues die Fahrräder auf die Ladefläche des städtischen Transporters. Vom Bahnhof werden sie auf direktem Weg zur Fundstelle am Industrieweg gebracht. Dort können sie innerhalb von 14 Tagen gebührenfrei abgeholt werden, wie Monika Richter, zuständig für die Fahrradfundstelle, berichtet.

Anschließend werden sie offiziell im System des Fundbüros aufgenommen. Richter: „Zusammen mit der Polizei überprüfen wir, ob es sich um gestohlene Räder handelt. Und wenn wir die Eigentümer ermitteln können, kontaktiere ich sie.“ Und wenn sich niemand meldet? „Sechs Monate bleiben die ,Findelkinder’ bei uns. Hat sich dann niemand gemeldet, werden sie gespendet oder versteigert.“

In Kürze steht bereits die nächste Räumungsaktion an. Das Ziel ist es, in diesem Jahr den gesamten Bahnhof von verwaisten Leezen zu befreien. Allerdings sei die Räumung mit einem Kampf gegen Windmühlen vergleichbar, sagt Korthues: „Wenn man an einem Ende die Arbeit beendet hat, kann man am anderen Ende direkt wieder anfangen. Aber man sieht eine deutliche Verbesserung. Man muss eben ständig dranbleiben.“

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