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Mo., 28.03.2016

Senioren-Schwestern-Gruppe Die frommen Nachbarinnen

Über die Dächer des Generalvikariats am Domplatz blickt Schwester Willehadis Stappers. Sie mit fast 90 Jahren die Älteste der WG. Im kleinen Bild mit ihren Mitschwestern (v.l.): Agathe Hüwe. Lucida Daßmann und Lintrud Klausmeyer

Über die Dächer des Generalvikariats am Domplatz blickt Schwester Willehadis Stappers. Sie mit fast 90 Jahren die Älteste der WG. Im kleinen Bild mit ihren Mitschwestern (v.l.): Agathe Hüwe. Lucida Daßmann und Lintrud Klausmeyer Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Vier Vorsehungsschwestern leben im Generalvikariat am Domplatz. Der verstorbene Bischof Lettmann wollte dieses Haus mit Leben füllen. Die Ordensfrauen sind ein starkes Team. Und Gott und den Menschen eng im Gebet verbunden.

Von Maria Meik

Aus einem der Fenster in der gemütlichen Wohnstube ist der Bischofsgarten zu sehen. Der Kirchturm von Überwasser scheint zum Greifen nah. Prächtig anzuschauen ist der Dom, St. Lamberti und das Rathaus durch die Fenster der Hauskapelle. Diese Münster-Bilder genießen täglich vier Ordensfrauen, die eine starke Gemeinschaft bilden. Im zweiten Stockwerk des Generalvikariats sind sie zu Hause – Schwestern der Göttlichen Vorsehung, die beseelt sind von der Glockenklang-Kulisse.

Im Speisezimmer ist der Tisch für das Mittagessen gedeckt, das von der Friedrichsburg geliefert wird. Maggi-Würze darf nicht fehlen bei den vier kernigen Schwestern im Alter von 80 bis kurz vor 90 Jahren. Sie lieben Gott und die Menschen. Und die Menschen vertrauen sich ihnen an. „Schwester, beten sie für mich!“, lautet manche Bitte, der sie gern nachkommen.

Denn Beten ist der Auftrag von Schwester Lintrud Klausmeyer, Schwester Willehadis Stappers, Schwester Agathe Hüwe und Schwester Lucida Daßmann. Sie bilden mit drei Canisianern, die ebenfalls im Generalvikariat leben, eine Gebetsgemeinschaft. Allesamt haben sie Bischof Dr. Felix Genn zum Nachbarn. „Er ist ein netter Nachbar“, sagen die Schwestern. Jede hat ihre Lebensgeschichte. In jungen Jahren sind sie eingetreten in den Orden, zu deren Urregeln ein „freudiges Gemüt und ein unbefangenes Benehmen“ zählt.

Schwester Lintrud hatte eine Ausbildung zur Schneiderin gemacht und einen Freund. Schwester Agathe musste sich um ihre acht Geschwister kümmern, und Schwester Lucida hat hart mit sich gekämpft, bevor sie Nonne wurde. „Ich musste überlegen, als ich damals das Baby meiner Schwester sah“, erzählt die 80-Jährige, während Schwester Willehadis den Ruf ins Kloster zu gehen, immer stärker in sich spürte und ihren Bürojob ruhen ließ.

Im Rückblick würden sie alle vier wieder den Weg gehen, geprägt vom Vertrauen an die Vorsehung Gottes.

Schwester Agathe ist die Ansprechpartnerin der Senioren-Schwestern-Gruppe mit frommen Teamgeist. Jeder kann sich auf den anderen verlassen.

Bischof Reinhard Lettmann hat die Vorsehungsschwestern im Jahr 2000 ins Generalvikariat geholt. „Damit am Domplatz nicht nur gearbeitet, sondern auch gelebt wird“, erinnert sich Schwester Willehadis, die älteste in der Damenrunde.

Viermal am Tag beten die Schwestern in der Hauskapelle. Um 6.30 Uhr beginnt die Laudes. Um 12 Uhr, um 18.30 Uhr und um 20 Uhr tragen sie die Anliegen von Kirche, Welt und Bistum vor Gott. Ihr Hausgeistlicher ist der von ihnen geschätzte Weihbischof Dieter Geerlings, der mit ihnen Eucharistie feiert.

Ostern steht vor der Tür: Einen Strauch haben sie bereits aufgestellt. „Er wird mit bunten Eiern dekoriert. Aber erst zu Ostern. Dann gibt es auch Schokohäschen“, lacht Schwester Agathe.

Die Kar- und Osterliturgien feiern die Ordensfrauen im Dom. „Halleluja, Jesus lebt“ – Schwester Willehadis ist erfüllt von diesem Osterlied. „Das müssen wir in die Welt hinaustragen. Und auch wir werden leben“, sagt die Schwester.

Am Ostermorgen geht sie in den Bischofsgarten. Nicht auf Eiersuche, sondern um Osterlieder zu singen.

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