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So., 27.03.2016

Wohnen mit Huhn Sehr persönliche Ostereier

Udo Langer mit Haushuhn „Krummschnabel“ – Töchterchen ­Lena zeigt, was die Hühner beim Eierlegen draufhaben. Sie können nicht nur dicke, sondern auch rekordverdächtig kleine Eier legen.

Udo Langer mit Haushuhn „Krummschnabel“ – Töchterchen ­Lena zeigt, was die Hühner beim Eierlegen draufhaben. Sie können nicht nur dicke, sondern auch rekordverdächtig kleine Eier legen. Foto: kv

Münster-Handorf - 

Hühnerhaltung im eigenen Garten – das ist längst nicht nur auf dem Land eine Option. Auch Münsteraner im Stadtgebiet erfreuen sich zunehmend am Gegacker.

Von Karin Völker

Zugegeben, der Garten hinter dem Haus der Familie Langer an der Handorfer Straße ist schon etwas größer als ein normal bemessenes Grundstück in einer modernen Neubausiedlung im Stadt­gebiet. Von den Dimensionen eines Bauernhofes ist das Langer‘sche Anwesen aber weit entfernt. Ganz hinten im Garten, inmitten der Wohnbebauung wohnen seit zwei Jahren die gefiederten Haustiere der Familie, die sich zu Ostern besonders nützlich machen. Für die Ostereier-Produktion sorgen bei Langers höchstpersönlich die drei Hennen.

Als es vor zwei Jahren um die Anschaffung von Haustieren ging, kamen Udo Langer und Verena Nonte aufs Huhn: „Wir wollten, dass die Kinder hier unmittelbar erleben, wo die Eier herkommen.“ Töchterchen Lena (7) kennt sich damit nun bestens aus. Jeden Tag holt sie frische Eier aus dem selbst gebauten Stall. Von Frühjahr bis Herbst schafft jede Henne täglich ein Ei“, erzählt Lena, manchmal auch sehr besondere. In der vergangenen Woche lag neben den normal dicken Eiern ein winziges im Stall – wenn es Wettbewerbe dafür gäbe, preisverdächtig klein für ein Hühnerei.

Hühner legen nicht nur ­leckere Eier, sie sind auch gesellig, zeigen Zutrauen zu ihren Menschen, Darum sind die Langers mit ihren Hühnern längst nicht mehr allein. Hühnerhaltung ist ein Trend, sogar in innerstädtischen Gebieten ist bisweilen Gegacker zu hören. Doris Hoffe vom Tierschutzverein Münster weiß, dass Kleingärtner häufig in ihren Schrebergärten Hühner halten. „Das muss der jeweilige Verein aber genehmigen.“

Geflügelzuchtvereine, auch der münstersche Verein Phönix, werben für die Hühnerhaltung abseits der Landwirtschaft. Ihr Argument aus Sicht des Tierschutzes: Die private Eierproduktion sorge dafür, dass weniger Eier aus der Massentierhaltung konsumiert würden.

Hühnerhaltung ist nicht sehr schwierig, Die Tiere brauchen einen Stall und etwas Auslauf. Hähne sind anspruchsvoller – hier gelten strenge Lärmschutz-Regeln. Ein Grund für Udo Langer, sich auf die Hennen zu beschränken,

Die machen auch ohne männliche Gesellschaft einen nicht unzufriedenen Eindruck Das braune Haushuhn „Krummschnabel“ und die beiden dekorativ schwarz-weiß gemusterten Blausperber „Picker 1“ und „Picker 2“ scharren gackernd auf dem Boden ihres Geheges, haben aber auch Auslauf im gesamten Garten, verirren sich manchmal sogar auf die Handorfer Straße. Zum Glück bisher unfallfrei.

Und auch der Fuchs, natürlicher Erzfeind des Haushuhns, hat sich noch nicht ins Handorfer Wohngebiet vorgewagt. . .



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