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So., 27.03.2016

Bischof Genn am Ostersonntag Keine Angst vor Überfremdung oder Islamisierung haben

Bischof Genn am Ostersonntag : Keine Angst vor Überfremdung oder Islamisierung haben

Bischof Felix Genn Foto: Bistum Münster

Münster - 

Als Christ braucht man keine Angst davor zu haben, „überfremdet oder sogar islamisiert“ zu werden. Das hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, an Ostern im St.-Paulus-Dom in Münster betont.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation begründete der Bischof am 27. März seine Aussage: „Wer aus dem Glauben an die Auferstehung lebt, der hat doch eine Hoffnung und ein Pfund in der Hand, mit dem er jedes Gespräch mit Menschen anderen Glaubens und anderer Kultur, auch mit denen, die an die Auferstehung einfach nicht glauben können, aufnehmen kann und mit Respekt der Überzeugung des anderen gegenübersteht und Zeugnis gibt von dem, was ihn innerlich erfüllt.“

Bischof Genn machte deutlich, dass Ostern auch eine politische Botschaft sei: „Wider alle Mächte des Ungeistes, wie wir sie gerade in der letzten Woche in den furchtbaren Ereignissen in Brüssel erlebt haben, spricht sie von der ohnmächtigen und gewaltlosen Liebe und erweist sich gerade darin als stark, weil nur die Liebe Leben aufbauen kann, Hass aber zerstörerisch bleibt.“ Christen seien, so unterstrich er weiter „Hoffnungsträger für die Welt“, würden sie doch in der Nachfolge Jesu Christi in jedem Menschen ihren Nächsten entdecken. „Deshalb brauchen wir keine Angst vor Fremden zu haben. Deshalb können wir es ertragen, dass Fremde in unser Land, in unsere Stadt, in unsere Nachbarschaft kommen. Wir brauchen uns nicht vor Menschen abzuschirmen, die in purer Not bei uns ein besseres Leben suchen“, sagte der Bischof.

Fotostrecke: Osternacht im Dom

Zu Beginn seiner Predigt hatte er betont, dass es sehr ungewöhnlich sei, von einer Auferstehung der Toten zu reden. Dies zu feiern sei „etwas ganz Verrücktes, sozusagen eine verdrehte Welt.“ Zugleich sei die Feier der Auferstehung aber eigentlich auch selbstverständlich, weil in den Herzen der Menschen eine tiefe Sehnsucht lebe: „Die tiefste Sehnsucht der Liebe, niemals zu enden, niemals aufzuhören, niemals zu sterben.“ Allerdings hätten die Jünger Jesu sich aus dieser Sehnsucht heraus nicht einfach eine wunderbare Geschichte zusammengereimt, die sie zur Osterbotschaft gemacht hätten. Vielmehr sei ihre Erfahrung, dem Auferstandenen zu begegnen, so umstürzend gewesen, dass sie genau das Richtige getan hätten: „Den Menschen davon zu erzählen, dass der ärgste und der letzte Feind, den wir als Menschen haben, nämlich der Tod, tot ist. Das hätten wir doch auch getan!“, wandte sich der Bischof direkt an die Gläubigen. Und bis heute mache man die Erfahrung: „Wer sich auf diesen Jesus einlässt, kann ihn sogar noch 2000 Jahre später in der Gemeinschaft der Kirche wiederentdecken in seinem Wort und vor allem in seinem Zeichen der Hingabe bis in den Tod, sich nämlich in Brot und Wein, in Fleisch und Blut, zu geben.“

Bischof Genn räumte ein, dass heute viele Menschen mit Ostern und der Auferstehung nichts mehr anfangen könnten. Die Christen aber seien Zeugen dieser Auferstehung. Als Beleg hätten sie „nicht einen Zauberstab, der Totes zum Leben erweckt“, sondern das Zeichen des Kreuzes. In Jesus sei Gott den Menschen nahe gerückt: „Er hat nicht aus ferner Distanz mit irgendeinem Zauberspruch das Leid der Welt hinweggenommen, sondern ist selber hinabgestiegen in unsere Verwundungen, in unser Elend mit Leid und Tod, und hat gegenüber jedem Verrat, gegenüber jeder Verleugnung, gegenüber jeder ungerechten Verurteilung und gegenüber dem Tod keinerlei Berührungsängste gezeigt, sondern sie durchgestanden, durchlitten. Er bleibt in Ewigkeit aus Liebe zu uns verwundet.“ Jesus, so unterstrich der Bischof, habe die Menschen geliebt bis zum Tod und sei deshalb aus dem Tod in das Leben hinübergegangen. Die Menschen lade er ein, „in seinem Wort zu bleiben“, etwa durch eine täglichen kurzen Blick in die Bibel. Bischof Genn: „Wer diesen Weg geht, der wird spüren dürfen, dass seine Beziehung zu Jesus wächst. Mehr und mehr darf er erfahren: Proviant für alle Tage. Es öffnen sich die Türen ewigen Lebens.“

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