Di., 05.04.2016

Martin Semmelrogge im Jovel So ist nunmal mein Leben

Spaß auf der Jovel-Bühne: Martin Semmelrogge und Gastgeber Max Buskohl.

Spaß auf der Jovel-Bühne: Martin Semmelrogge und Gastgeber Max Buskohl. Foto: Gunnar A. Pier

Münster - Premiere am Montagabend: Erstmals war kein Musiker Überraschungsgast der Reihe "Max+?" im Jovel, sondern ein Schauspieler. Gastgeber Max Buskohl begrüßte auf der Bühne Martin Semmelrogge - und der legte einen skurrilen Auftritt hin.

Von Gunnar A. Pier

Um 19.56 Uhr läuft Steffi Stephan hektisch durch den Backstage-Raum. Eine Kappe hat er schon gefunden, eine Taschenlampe und Klebeband auch, aber die Batterien sind leer. Er will da was basteln, damit Martin Semmelrogge gleich auf der Bühne den Text lesen kann. Das Schauspieler-Urgestein war am Montag Überraschungsgast beim April-Konzert der Reihe „ Max+ ?“.

Bisher hatte sich Max Buskohl , Singer/Songwriter und Gastgeber der feinen Serie im Jovel, auf Musiker als Gäste beschränkt – oder zumindest musizierende Schauspieler wie Ina Paule Klink. Diesmal war das anders. Musik? „Würde ich gerne machen“, ulkt Semmelrogge vor seinem Auftritt im Interview mit unserer Zeitung und fügt schelmisch hinzu: „Aber dafür fehlt mir das nötige Taktgefühl. Mein Rhythmus geht von Null auf 100 und 4,5 Sekunden – da kommt kein Schlagzeuger mit.“

Fotostrecke: Martin Semmelrogge, Fargo und Chris Kramer im Jovel

Also gibt der Schauspieler, der mit seiner Rolle im Welterfolg „Das Boot“ und Komödien wie „Bang Boom Bang“ Riesenerfolge feierte, auf der Bühne erst ein launiges Interview, dann liest er einige Kapitel aus seiner vor zwei Jahren erschienenen Autobiografie „Ein wilder Ritt durch 50 Jahre Paragraphistan“. Die ist so ulkig geschrieben und sein Vortrag so impulsiv-theatralisch, dass das Publikum begeistert jubelt. Es hatte ja zunächst wieder nicht gewusst, wer der Gaststar sein würde.

Am Ende versucht sich der 60-Jährige doch noch als Musiker – und beweist, dass das seine Stärke nicht ist. Er rappt selbstironisch („So ist nunmal mein Leben, und ich will nicht anders sein. Würd‘ ich mich anders geben, interessiert das auch kein Schwein!“) und singt zusammen mit seinem Kumpel, Liedermacher Maika Jürgens aus Rheine , ein Lied über „Freunde“. Das Amüsement ist groß.

Zuvor schon hatte Max Buskohl, der mit der Jovel-Hausband eigene Songs aus seiner Zeit mit der Band Empty Trash gespielt hatte, zwei sehr unterschiedliche Gäste präsentiert. Chris Kramer verband Blues-Standards mit süd-westfälisch-rauem Charme. Der Dortmund stand nicht zum ersten Mal auf einer Bühne in Münster : Als Peter Maffay 2013 vor dem Schloss rockte, gehörte Kramer mit seiner Mundharmonika zur Band.

Ganz andere Töne schlug Fargo an. Er rockte – wiederum mit den Jovel-Musikern – gewaltig. Das Publikum machte diesen musikalischen Sprung gerne mit.

Am Ende stimmen alle gemeinsam ein improvisiertes „Sweet Home Chicago“ an. Mit gerappten Strophen, bluesiger Mundharmonika – und einem durchgedrehten Martin Semmelrogge, der ausgelassen tanzt.

Fotostrecke: Die Reihe "Sebel+?" / "Max+?" im Jovel

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