Di., 31.05.2016

Adam-Riese-Show im Pumpenhaus Tierisch gute Unterhaltung

Zwei Männer und ein Hund: Wiwaldis Schöpfer Martin Reinl war mit seinen Puppen zu Gast auf der Couch von Adam Riese (l.).

Zwei Männer und ein Hund: Wiwaldis Schöpfer Martin Reinl war mit seinen Puppen zu Gast auf der Couch von Adam Riese (l.). Foto: Thomas Büdenbender

Münster - 

Einer pflegt eine Freundschaft mit der Tigerhai-Frau „Emma“. Ein anderer lässt einen Hai ein Liedchen trällern. Und eine Schauspielerin gesteht den Haien ihre Liebe. Und Adam Riese verkündete den Fans seiner Show eine betrübliche Nachricht . . .

Von Arndt Zinkant

„Ich liebe Haie“, gibt Ilka Luza lächelnd zu Protokoll. Damit hat die Schauspielerin und Impro-Komikerin das geheime Motto dieser Adam-Riese-Show formuliert. Der zu Unrecht verteufelte Räuber der Meere war bei allen Gästen ein Thema. Vor allem natürlich bei Josef Baron Kerckerinck, der passionierter Haischützer ist. Und als sich schließlich Puppenspieler Martin Reinl die Ehre gibt, lässt er einen Puppen-Hai ein Liedchen trällern, dessen Stimme verblüffend an Martin Semmelrogge gemahnt. Dafür kriegt der Hai ein Küsschen von Komikerin Luza, die erfolgreich bei Münsters Placebo-Theater mitmischt.

Als Moderator Riese verkündete, die nächste Show werde erst wieder am 4. Dezember stattfinden, waren die Fans natürlich enttäuscht. Umso spaßiger gelang dieser Sonntagabend im Pumpenhaus . Insbesondere die Spiele und Lieder waren launige Knallbonbons erster Güte. Wenn Ilka Luza einen improvisierten Reggae mit Markus Paßlicks „Original Pumpernickeln“ singt, der (laut Publikum) von einem magentafarbenen Eisbär im Allwetterzoo handeln muss, ist der Spaß groß. Wenn Puppen-Hund „Wiwaldi“ auf der Couch das ebenfalls vorgegebene Thema „Torten-Anschlag auf Sahra Wagenknecht“ diskutieren muss, nicht minder.

Wiwaldis Schöpfer Martin Reinl sieht man seine 40 Lebensjahre nicht an. Ein bisschen wirkt er immer noch wie das puppenverrückte „Stubenhocker-Kind“ (Reinl), dessen Universum sich um die Muppets und die Sesamstraße dreht. „Ich hatte mehr erfundene Freunde als echte!“ Sein wacher Blick für Alltagskomik führte ihn schnell ins Fernsehen – zunächst zur Premiere von „Big Brother“, dann zu „Zimmer frei“, wo er 15 Jahre lang zum Inventar zählte. Das Ende der beliebten Show ging allen Beteiligten an die Nieren, erzählt er. Aber der quirlige alte Zirkusgaul „Horst-Pferdinand“ witzelt jede Melancholie im Nu wieder weg. Zum Finale muss Reinl dann nicht seine Puppen synchronsprechen, sondern alle Gäste plus Moderator und Assistentin Isabelle in einem Impro-Sketch. Ganz schön knifflig!

Weniger knifflig, vielmehr lebensgefährlich scheinen die Tauchgänge von Josef Baron Kerckerinck. Der lässige Gentleman ist 76, begann als 60-Jähriger mit dem Tauchen und schwamm seitdem 160 Mal mit Haien. Mit Tigerhai-Frau „Emma“ hat er sogar echte Freundschaft geschlossen. Haie halten das Ökosystem aufrecht; sie seien „wahnsinnig nett“, könnten aber halt nicht so nett lächeln wie Delfine. 100 Millionen pro Jahr werden umgebracht – nicht zuletzt für Haiflossensuppe, die den Chinesen als Aphrodisiakum gilt. Der Baron hat so viel erlebt, dass selbst seine Autorennen am Nürburgring oder Parties mit Brigitte Bardot nur am Rande vorkommen! Solange solche Gäste parat stehen, kann Adam Riese entspannt in die Zukunft blicken.



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