Di., 09.08.2016

Müllgebühren Teure Müllentsorgung in Münster: AWM kritisieren Steuerzahler-Bund

Die Müllgebühren sind nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler nirgendwo so hoch wie in Münster.

Die Müllgebühren sind nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler nirgendwo so hoch wie in Münster. Foto: Ahlke

Münster - 

Die Abfallwirtschaftsbetriebe widersprechen Berechnungen des Bundes der Steuerzahler, nach denen die Müllgebühren im NRW-Vergleich in Münster am höchsten sind. Auch die hohe Zahl der Recyclinghöfe sei angemessen.

Von Helmut Etzkorn

Die Müllabfuhr ist nirgendwo in Nordrhein-Westfalen für die Bürger so teuer wie in Münster . Das prangert seit Jahren der Bund der Steuerzahler an. Auch im aktuellen Gebührenvergleich hat Münster wieder die „rote Laterne“ bei den Entsorgungskosten.

Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler muss ein Vierpersonenhaushalt in Münster im Jahr 564 Euro bei 14-tägiger Leerung für die 120-Liter-Restmüll- und Biotonnen sowie den Papierabfall zahlen.

„Ist allerdings praxisfremd“, kontern die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM). Sprecherin Tina Mai : „Zunächst einmal wird in Münster der Biomüll wöchentlich und das Papier sogar kostenlos abgeholt. Der durchschnittliche Haushalt in Münster hat auch nicht eine 120-Liter-Restmülltonnen, sondern eine 60-Liter-Tonne. Und der Bioabfall wird in 35-Liter-Tonnen gesammelt.“

Acht Recyclinghöfe mehr als Bielefeld

Weil die Tonnengröße in den münsterischen Haushalten in aller Regel wesentlich geringer und damit auch die Gebühren dafür entsprechend niedriger seien, kommt nach den Berechnungen der AWM der durchschnittliche Vier-Personen-Haushalt in Münster inklusive Grundgebühr nur auf eine jährliche Gebühr von 232,44 Euro. Damit liege Münster im NRW-Vergleich im Mittelfeld. „In der Gebühr ist auch die Sperrgutabholung eingerechnet“, so Mai. Die großen 120-Liter-Tonnen seien eher in Mehrfamilienhäusern anzutreffen, wo die Gebühren auf die Haushalte aufgeteilt würden. Laut AWM haben 60 Prozent der Haushalte Restmülltonnen, die 90, 60 oder 30 Liter fassen. Beim Bioabfall liege die Quote der kleineren Tonnen bei 85 Prozent.

Kritisiert wird vom Bund der Steuerzahler auch die hohe Zahl an Recyclinghöfen. Während Städte wie Bielefeld drei Höfe hätten, leiste sich Münster elf Höfe und damit „überzogene Umweltstandards“. Mai: „Münster ist eine Flächenstadt, und wir wollen, dass niemand weiter als drei Kilometer fahren muss, bis er einen Recyclinghof erreicht. Besonders in den Stadtteilen ist das ein wichtiger Service, die gute Resonanz der Bürger bestätigt uns das.“ 



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