Mi., 21.09.2016

Super Rici Thunderfuck Blockbuster für 4000 Euro

Die Freiwillige Feuerwehr Kinderhaus passte auf, dass beim Filmdreh nichts passierte.

Die Freiwillige Feuerwehr Kinderhaus passte auf, dass beim Filmdreh nichts passierte. Foto: ferdfilm

Münster - 

Es brennt. Aber die Feuerwehr löscht schnell. Alles für einen Film in Laienregie. 4000 Euro sollte er kosten. Premiere war im Cinema.

Von Helmut Jasny

Der Dienstag ist eigentlich kein Ausgehtag. Trotzdem blockiert eine Menschentraube vor dem Cinema den ganzen Gehsteig. Hat hier der neuste Blockbuster aus Hollywood Premiere? Nein, ein 30-minütiger Kurzfilm, den eine Laientruppe mit einem Budget von 4000 Euro innerhalb von 14 Tagen gedreht hat. „Unser Ziel war es, eine ausverkaufte Premiere zu haben“, sagt Sebastian Wissing, der für Drehbuch, Regie und Produktion verantwortlich ist. Gut eine Woche vor der Aufführung konnte er auf Facebook melden, dass alle Plätze im großen Saal des Cinema besetzt sind. Soziale Medien sind ein mächtiges Werkzeug, wenn es darum geht, Leute zu mobilisieren.

„Super Rici Thunderfuck“ heißt der Streifen und erweist sich als echte Räuberpistole. Zwei etwas dödelige junge Männer aus Münster (Andre Gansler und Marco Rensing) legen sich mit ein paar mafiösen Typen an, die ihnen ihr Auto in die Luft jagen. Dann nimmt Rici (Rabea Haase), die Freundin des einen, die Sache in die Hand. Mit Baumsäge, Axt und diversem anderen Gerät aus dem Werkzeugschuppen macht sich die Gruppe auf zum Rachefeldzug. Und genau hier endet der Film.

Leider, muss man sagen. Denn die Geschichte ist charmant erzählt. Vor allem Titelheldin Rici überzeugt, wenn sie in ebenso witzigen wie aussagekräftigen Szenen als perfekt durchorganisierte Frau vorgestellt wird, die immer wieder an der Schludrigkeit ihres Freundes scheitert. Daneben gibt es herrlich trashige Momente mit der Mafia und die eindrucksvoll inszenierte Sprengung eines Kastenwagens, bei der die Freiwillige Feuerwehr aus Kinderhaus aufgepasst hat, dass nichts passiert.

Im Publikumsgespräch erfährt man, dass der 30-minütige Streifen nur Teil eines größer angelegten Films ist. Eine Fortsetzung wird es nach derzeitigem Stand allerdings nicht geben, sagt Wissing und verweist auf den Aufwand bei der Nachbearbeitung und auf die zahlreichen technischen und organisatorischen Probleme. Beispielsweise musste er große Teile des Drehbuchs umschreiben, nachdem sich herausstellte, dass der Darsteller, der das Auto fahren sollte, keinen Führerschein hatte. Auch sei der im Film gesprengte Wagen von seinem Besitzer eigentlich zum Wiederverkauf vorgesehen gewesen. Aber vielleicht ändert Wissing seine Meinung ja noch. Das Publikum würde es ihm sicher danken.

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