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Do., 22.09.2016

Peter-Rosegger-Weg mit Nasen-Problemen Es müffelt aus dem Gully

Pfui Spinne! Was da aus dem Gullydeckel müffelt, ist den sensiblen Nasen der Anwohner des Peter-Rosegger-Wegs kaum zuzumuten.

Pfui Spinne! Was da aus dem Gullydeckel müffelt, ist den sensiblen Nasen der Anwohner des Peter-Rosegger-Wegs kaum zuzumuten. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Es stinkt. Am Peter-Rosegger-Weg wurde die Kanalisation renoviert. Offenbar mit zweifelhaftem Erfolg.

Von Klaus Baumeister

Viele kennen das aus dem Italienurlaub: Da läuft man durch eine historisch Altstadt, berauscht sich am wunderschönen Anblick alter Häuser, aber dann steht man auf einem Gullydeckel – und plötzlich wird einem ganz anders.

Genau so ergeht es derzeit den Anwohnern am Peter-Rosegger-Weg nahe der Wolbecker Straße. Nur mit dem Unterschied, dass ihre Kanalisation nicht aus dem Mittelalter stammt, sondern nagelneu ist. „Es stinkt hier“, spricht Anwohner Harald Dietrich Klartext. Und sein Nachbar Christoph Uckelmann klagt: „Es kann doch nicht sein, dass die Stadt alles neu macht, und es ist nachher schlechter als vorher.“

Gestank nach der Kanalsanierung

Alles neu, damit gemeint ist die vom städtischen Tiefbauamt auf dreieinhalb Jahre Bauzeit veranschlagte Baumaßnahme im Dichterquartier: Heinrich-Lersch-Weg, Brentanoweg, Peter-Rosegger-Weg, Ludwig-Anzengruber-Weg.

„Altes Quartier wird frisch gemacht“, heißt es dazu im städtischen Tiefbaujournal. Regenrückhaltebecken, Kanalsanierung, Versorgungsleitungen und neue Straßen stehen auf dem Arbeitszettel. Das Ganze hat nur einen Makel: Es stinkt in den Teilen des Quartiers, wo die Kanalsanierung bereits erfolgt ist. Und es stinkt den Anwohnern um so mehr, als die rund 120 betroffenen Haushalte „mit Anliegerbeiträgen von durchschnittlich 6000 bis 8000 Euro mit von der Partie sind“, so Harald Dietrich.

Tiefbauamtsleiter Michael Grimm steht derweil vor einem Rätsel. Die Klagen über Geruchsbelästigungen in dem Quartier seien ihm bekannt. Aber: „Es gibt keinen erkennbaren Grund.“ Weder an der Höhenlage noch am Gefälle des Schmutzwasserkanals habe sich in dem sanierten Teil etwas geändert.

Besonders schlimm an trockenen Tagen

Zwischenzeitlich habe das Tiefbauamt eine Spülung der Kanalisation veranlasst, um Fäkalien zu lösen und wegzuspülen. Was indes bislang fehle, sei die Ursache. Grimm bittet die Anwohner, sich bei besonders starker Geruchsbelastung sofort zu melden. „Vielleicht kommen wir so dem Problem auf die Spur.“

Von den Anwohnern kommt der Hinweis, dass es an trockenen Tagen besonders schlimm ist. Einigermaßen erträglich hingegen sei es bei Regen und Wind.

Zumindest in finanzieller Hinsicht hat Grimm ein Trostpflaster für das Dichterquartier. Sollten sich Mehrausgaben durch die Beseitigung der Geruchsbelästigung ergeben, werden sie nicht auf die Anliegerbeiträge angerechnet. Letztere fallen nämlich „nur“ für den Straßenbau an, nicht für die Kanalbauarbeiten.

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