Mi., 21.09.2016

Gemeinschaftsausstellung „Different Echoes“ am Hawerkamp Raffiniert reduziert

Luzifer heißt die Skulptur von Sigrún Ólafsdóttir, und links hängt ein Gemälde von Friedhelm Falke.

Luzifer heißt die Skulptur von Sigrún Ólafsdóttir, und links hängt ein Gemälde von Friedhelm Falke. Foto: Gerhard H. Kock

Münster - 

Reduziert, seriell und ungegenständlich – das sind Gemeinsamkeiten der sechs Künstler, die in der Gruppenausstellung „Different Echoes“ ihre Positionen in der Ausstellungshalle am Hawerkamp vorstellen. Zu sehen sind klassische und installative Malerei sowie Skulpturen.

Von Gerhard H. Kock

Nikola Dimitrov (Köln) ist Musiker und Maler. Seine Leinwand ist geprägt von Impulsen, die sich (wie ein Echo schwächer werdend) wiederholen, überlagern. Das Muster ist einfach: Senkrechte und schräge Linien werden in Streifen von links oben nach rechts unten gemalt. Dabei wird der Pinsel immer wieder angesetzt bis die Farbe arg schwächelt. Durch die changierenden Intensitäten sowie die „gestrichelten“ Muster pulsieren seine Großformate gleich doppelt.

Friedhelm Falke (Köln) bringt mittels Farbflächen und Linien-„Führung“ gleichsam Logos und Natur in Resonanz. An scharfkantigen, spitzwinkeligen Drei­ecken, die die Leinwand wie Splitter schneiden, fügen sich Farbflächen aus Acryl an, deren Ränder fast aquarellig in die Leinwand gesogen werden, weichkantig sind oder sich wellig ausdünnen. Ein schwarzes Quadrat behauptet sich trotz seiner Mini-Größe: Es repräsentiert den streng geometrischen Logos, der auf dem Rest der Leinwand hinterfragt wird.

Der Münsteraner Ekkehard Neumann zeigt Bodenfaltungen – „universale Formen“ aus Stahlplatten, die aufeinander Bezug nehmen

Annette Wessling (Köln) provoziert die Überraschung durch das Ausbleichen von Farbe: „Es soll etwas entstehen, das ich mir nicht vorstellen kann.“ Die zudem gefalteten Stoffe entwickeln lediglich grob steuerbare Farben, Muster und Strukturen.

Elly Valk-Verheijen (Lünen/Dortmund) hat eine weiße Wand mit Trägerstruktur in der Ausstellungshalle digital fotografiert, im Computer durchrastern lassen, so dass bunte Pixel aus den unbunten Flächen herausgekitzelt werden. Diese Farbquadrat-Cluster bringt Valk-Verheijen als Malerei wieder auf die Wand.

Sigrún Ólafsdóttir (Saarbrücken) stellt „Luzifer“ aus, ein schwarzes schräges Etwas aus Gummi und Holz, das sowohl weibliche als auch phallische Formenfantasien bedienen kann.

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Die Ausstellung wird am Freitag (23. September) um 19 Uhr am Hawerkamp 34 eröffnet.

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