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Do., 22.09.2016

Unternehmer bewerten den Standort Münster Sehr attraktiv und sehr teuer

Sie stellten das Umfrageergebnis der münsterischen Wirtschaft vor (v.l.): Georg Berding und Dr. Thomas Robbers von der Wirtschaftsförderung sowie Prof. Dr. Katja Brickwedde vom Institut Metis.

Sie stellten das Umfrageergebnis der münsterischen Wirtschaft vor (v.l.): Georg Berding und Dr. Thomas Robbers von der Wirtschaftsförderung sowie Prof. Dr. Katja Brickwedde vom Institut Metis. Foto: Jürgen Christ

Münster - 

Münster ist schön, aber teuer. Für diese These liefert eine neue Umfrage reichlich Anschauungsmaterial. Im Auftrag der Wirtschaftsförderung Münster hat das Analyse-Institut Metis rund 400 münsterische Unternehmen befragt und erhielt in 174 Fällen auch Antworten.

Von Klaus Baumeister

Wie die Metis-Geschäftsführerin Prof. Dr. Katja Brickwedde am Mittwoch vor der Presse erklärte, gehen die Noten für den Standort Münster weit auseinander. Attraktivität und Freizeitwert der Stadt werden gut bewertet, alles rund um das Thema Immobilien indes sehr schlecht. Sprich: kaum verfügbar und wenn doch, dann sehr teuer.

Als weitere positive Standortfakten werden die Qualität der Hochschulen, die hohe Kaufkraft und die hohe Lebensqualität in der Stadt angeführt.

30 Prozent der teilnehmenden Unternehmen, die überwiegend aus dem Dienstleistungssektor kamen, gaben die Erreichbarkeit als den für sie wichtigsten Standortfaktor an. Gemessen daran fallen die Zufriedenheitswerte der verschiedenen Verkehrsträger sehr unterschiedlich aus. Für das Straßennetz gab es die Note 2,2, für die Busse eine 2,4, für Züge eine 2,7, für die Anbindung per Flugzeug eine 3,1. Letzterer Wert ist gegenüber der Befragung 2014 deutlich gefallen. Die Erwartung an die Adresse des Flughafens Münster-Osnabrück, so Münsters Wirtschaftsförderer Dr. Thomas Robbers, mehr Flugziele und attraktivere Zeiten anzubieten, sei groß.

Eine hohe Bedeutung messen die Unternehmen auch der „Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiter“ zu. Die Zufriedenheit in diesem Punkt liegt bei 2,9, bei Handwerksbetrieben aber nur bei der sehr mageren Note 4,7. Auch wenn die Zahl der Handwerksbetriebe, die an der Umfrage teilgenommen haben, vergleichsweise gering ist, so lässt doch der sehr niedrige Wert den Rückschluss zu, dass sich besonders Mitarbeiter mit allenfalls mittleren Einkommen es kaum noch leisten können, eine Wohnung in Münster zu mieten oder zu kaufen.

„Die Ausweisung neuer Baugebiete kommt somit auch den Bedürfnissen der Unternehmen entgegen“, so der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Georg Berding.

Bei allem Verständnis für die Klagen erklärte Robbers aber auch, dass ein „wachsender Standort allemal besser ist als ein schrumpfender“. München etwa sei noch weitaus teurer als Münster „und übt trotzdem eine starke Sogwirkung aus“.

Im Zuge der Metis-Umfrage ließ die Wirtschaftsförderung auch die eigene Arbeit durch die Kunden – sprich die Unternehmen – bewerten. Als Ergebnis gab es die Note 1,6.

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