Fr., 23.09.2016

Münsteraner Harald Gesterkamp veröffentlicht Familienroman Über die Leiden von Krieg und Vertreibung

468 Seiten umfasst der Familienroman von Harald Gesterkamp.

468 Seiten umfasst der Familienroman von Harald Gesterkamp. Foto: PR

Münster - 

Orte der Handlung sind Jauer und Breslau in Schlesien sowie vor allem Münster, unter anderem eine fiktive Petrus-Klinik sowie das Preußenstadion. Der in Münster geborene und heute in Bonn lebende Journalist und Autor Harald Gesterkamp hat einen Familienroman veröffentlicht: „Humboldt­straße Zwei“.

Der in Münster geborene und heute in Bonn lebende Journalist und Autor Harald Gesterkamp veröffentlicht mit „Humboldt­straße Zwei“ seinen ersten Roman. Der 468 Seiten starke Familienopus spielt in den Jahren 1934 bis 2014, beschreibt das Leben in Deutschland ausgehend vom Nationalsozialismus mit Krieg und Vertreibung über die Nachkriegszeit bis hin zum Problem des Alterns in der modernen Gesellschaft.

Orte der Handlung sind Jauer und Breslau in Schlesien sowie vor allem auch Münster, unter anderem eine fiktive Petrus-Klinik sowie das Preußenstadion. Die eigene Familiengeschichte war wie ein Auslöser. „Natürlich gibt es an manchen Stellen Parallelen zur Geschichte meiner Familie. Aber es ist ganz eindeutig ein Roman, keine Biografie“, stellt er klar.

Der Deutschlandfunk-Redakteur wurde 1962 im St.- Franziskus-Hospital geboren, wuchs in Rumphorst auf (Palestrinastraße, Nähe Hoher Heckenweg), besuchte die Thomas-Morus-Grundschule und machte 1981 Abitur am Ratsgymnasium. Von 1983 bis 1988 studierte er an der Uni Münster (Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaften). Sein Vater war Lehrer an der Hans-Böckler-Berufsschule. Nach dem Examen zog der Diplom-Volkswirt nach Bonn, wo er bis heute lebt.

Die Schönheit Münsters habe er zum Teil erst erkannt, als er weggezogen sei. Aber: „Um den SC Preußen zu sehen, fahre ich machmal spontan 200 Kilometer, um ein Heimspiel besuchen zu können.“ Und so gibt es im Roman eine Szene, die im Preußenstadion spielt. Gesterkamp selber kickte beim Post SV Münster.

In seinem Buch kann der Leser auf drei Zeitebenen die Geschichte der Familie Plackwitz verfolgen: Erich ist in den Dreißiger Jahren als Richter am Amtsgericht in Jauer tätig, einer Kleinstadt in Schlesien. Er verachtet den Nationalsozialismus; hilflos muss er zusehen, wie sich Deutschland zum Unrechtsstaat entwickelt. Seine Tochter Elise liebt ihr Elternhaus in der Humboldtstraße Nr. 2; sie muss es nach Schule, Studium und Flakhelferinneneinsatz aufgeben.

Nach dem Krieg fasst Elise in Münster Fuß, heiratet und gründet eine Familie. Doch die Sehnsucht nach Schlesien brodelt in ihr. Ihr Sohn Andreas kann das nicht nachvollziehen. Erst als seine Mutter alt ist und mit einer tödlichen Krebsdiagnose konfrontiert wird, beginnt er sich für ihre Geschichte zu interessieren. Ein Kriegstagebuch hilft dabei. Zugleich verspürt er unerklärliche Ängste.

Aus diesem Stoff entwickelt Gesterkamp einen Roman, der bei aller Schicksalhaftigkeit auch unterhaltsam sein will. Geschont wird der Leser nicht: Gräueltaten wie die Ermordung von Behinderten in Hitler-Deutschland spielen ebenso eine Rolle wie die Leiden der aus der Heimat Vertriebenen. Gesterkamp verbindet die Themen bis in die Gegenwart mit Diskussionen über Menschenrechte. Zehn Jahre lang hat er als Redakteur bei Amnesty International gearbeitet, heißt es in einer Pressemitteilung.

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