Do., 22.09.2016

Polizei startet Aktionswochen Handy lenkt ab und bringt die Autofahrer um

Die Aktion „Offline“ gegen Handynutzung am Steuer wurde jetzt von Polizeipräsident Hajo Kuhlisch gestartet.

Die Aktion „Offline“ gegen Handynutzung am Steuer wurde jetzt von Polizeipräsident Hajo Kuhlisch gestartet. Foto: hpe

Münster - 

Zwei Wochen lang kontrolliert die Polizei im Stadtgebiet verstärkt die Benutzung des Mobiltelefons im Straßenverkehr. Neben Bußgeld und einem Punkt gibt es noch einen Infozettel für die erwischten Verkehrssünder.

Von Helmut Etzkorn

Auf der Autobahn 1 kurz vor der Raststätte Münsterland fährt ein Lastwagen mit 80 Stundenkilometern nahezu ungebremst auf seinen Vordermann auf. Am Schifffahrter Damm rollt ein Auto in einer Kurve einfach geradeaus und landet im Gegenverkehr.

Auf den ersten Blick kaum erklärbar, beim zweiten Hinschauen leider nachvollziehbar: Weil Augen und Konzentration gerade auf die Textnachricht im Handy fixiert waren, hat der Fahrer sein Verkehrsumfeld für ein paar Sekunden ausgeblendet. Mit fatalen Folgen.

Zwei Wochen lang kontrolliert jetzt die Polizei verstärkt die Handynutzung im Straßenverkehr. Wer erwischt wird, muss bezahlen und wird belehrt. 2015 hat die Polizei Münster nach schweren Unfällen mit unklarer Ursache 18 Mobiltelefone sichergestellt und durch Spezialisten auswerten lassen.

„Wir finden raus, ob zur Unfallzeit telefoniert wurde oder gerade Whatsapp bedient wurde“, so Polizeioberrat André Weiß. In neun innerstädtischen Risikobereichen hat sich die Zahl der Unfälle seit Jahresanfang deutlich erhöht, ungezählt sind riskante Fahrmanöver. Der Kontrollschwerpunkt der Aktion „Offline“ soll auf unfallträchtigen Hauptverkehrsstraßen liegen.

Polizeipräsident Hajo Kuhlisch startete am Donnerstag an der Wolbecker Straße die parallel zur Überwachung stattfindende Aufklärungs-Kampagne. Polizei-Verkehrssicherheitsberater haben ein Holzkreuz, wie es häufig an Straßen steht, wo jemand tödlich verunglückt ist, mit einem zerstörten Handy gekennzeichnet. Dazu gibt es handfeste Zahlen: 2015 wurden in Münster 4420 Handyverstöße geahndet, Tendenz für 2016 steigend. Kuhlisch: „Die aktive Handynutzung und die Teilnahme am Straßenverkehr vertragen sich nicht.“

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