Fr., 23.09.2016

Große Unterschiede bei Wachstumsprognosen 25 000 Menschen mehr oder weniger

Mit wissenschaftlicher Unterstützung der Uni Münster soll geklärt werden: Was passiert, wenn Münster weiter wächst? 

Mit wissenschaftlicher Unterstützung der Uni Münster soll geklärt werden: Was passiert, wenn Münster weiter wächst?  Foto: Oliver Werner

Münster - 

Knapp 25.000 Menschen – so groß ist die Lücke, die zwischen diversen Bevölkerungsprognosen für die Stadt Münster bis 2020 klafft. Darum und um die Folgen ging es nun im Ausschuss Münster-Marketing.

Von Klaus Baumeister

Mit Prognosen ist das so eine Sache. Man nehme etwa die Frage, wie viele Menschen 2020 in Münster leben? Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) nennt in einer Veröffentlichung die Zahl 296 900, die Stadt Münster prognostiziert 310 995, bei der Bertelsmann-Stiftung sind es 319 150 und beim Düsseldorfer Landesbetrieb NRW-IT sogar 321 797.

Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert ergibt sich eine Differenz von sage und schreibe 24 897 Menschen. Das ist fast so viel wie die gesamte Bevölkerung von Hiltrup.

Vor diesem Hintergrund diskutierte der Ausschuss Münster-Marketing am Mittwochabend über die demnächst anstehende Zukunftsdebatte im Rat. Dabei gehe es nicht, wie Prof. Dr. Thomas Hauff vom Stadtplanungsamt erklärte, um eine bloße Prognose, sondern um die Erarbeitung verschiedener Szenarien, „um auf veränderte Entwicklungen unterschiedlich reagieren zu können“.

Sprich: Mit wissenschaftlicher Unterstützung der Uni Münster soll geklärt werden: Was passiert, wenn Münster weiter wächst? Was passiert bei Stagnation oder Schrumpfung?

Ausdrücklich verwahrte sich Prof. Hauff gegen den Vorwurf, der angestrebte Diskurs sei reine Kaffeesatzleserei. Es sei doch unbestritten, dass nahezu sämtliche politischen Beschlüsse eine direkte Auswirkung auf die Zukunft hätten. „Wenn wir im Ostviertel eine Gesamtschule bauen, dann treffen wir damit eine Festlegung für die nächsten 30 bis 40 Jahre.“

Wichtig sei es aber auch, äußere Einflüsse zu bedenken. Sollten beispielsweise die münsterischen Hochschulen künftig weniger Erstsemester aufnehmen, habe das weitreichende Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung.

In der Aussprache wurde klar, dass die Bevölkerung in den Prozess eingebunden werden soll, „auch wenn niemand von uns genau weiß, wie Bürgerbeteiligung richtig funktioniert“, so Bernadette Spinnen, Chefin von Münster-Marketing.

Der Grüne Dr. Stephan Nonhoff bezeichnete in diesem Zusammenhang den „Bürgerhaushalt“ der Stadt Münster als abschreckendes Beispiel. „Da werden ausschließlich Partikularinteressen vertreten.“

Google-Anzeigen


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4323065?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F