Fr., 23.09.2016

Experimenteller Fahrzeugumbau Bulli wird zum Elektromobil

Ehrgeiziges Projekt: Heino Köhne (links) und Bodo van Juechems (hinter dem Lenkrad) wollen mit vielen Bulli-Enthusiasten bis Sommer 2017 diesen alten VW-Pritschenwagen in ein funktionsfähiges Elektromobil umbauen.

Ehrgeiziges Projekt: Heino Köhne (links) und Bodo van Juechems (hinter dem Lenkrad) wollen mit vielen Bulli-Enthusiasten bis Sommer 2017 diesen alten VW-Pritschenwagen in ein funktionsfähiges Elektromobil umbauen. Foto: hpe

Münster - 

Der Bulli-Stammtisch in Münster will einen alten VW-Pritschenwagen mit Benzinantrieb in ein effizientes Elektromobil umbauen. Mitte 2017 soll der E-Bulli lautlos durch die Stadt rollen.

Von Helmut P. Etzkorn

Auf den ersten Blick scheint es ziemlich abenteuerlich, was sich Heino Köhne, Bodo van Juechems und weitere Freunde vom Bulli-Stammtisch Münster in den Kopf gesetzt haben. Ein ziemlich verrosteter und mangels Motor nicht mehr fahrbereiter VW-Pritschenwagen soll in ein Elektrofahrzeug umgebaut werden und ab Sommer 2017 auf Münsters Straßen „ein sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz sein“, so Köhne.

„Es ist ein Experiment, und wir davon überzeugt, dass es funktionieren wird“, meint Köhne, Inhaber der Gaststätte Strandhof und Oldtimer-Enthusiast. Die Idee, einen alten, robusten Benziner in einen modernen „Elektroniker“ umzuwandeln, entstand beim Stammtisch der VW-Freunde. Nach längerer Suche fand sich in einer Scheune in Lüdinghausen ein passender Oldtimer, der Jahrzehnte unentdeckt unter einer Plane geschlummert hatte.

Köhne nahm Kontakt mit van Juechems auf, der in Handorf an der Gildenstraße eine Werkstatt für klassische Automobile betreibt und schon häufig alte Bullis aufbereitet hat. „Eine Pritsche zu finden, ist schon eine Rarität, auch wenn noch viel dran gemacht werden muss, so der Experte für historische Fahrzeuge. In den Wintermonaten nun wird die Karosserie des fast 40 Jahre alten Autos vom Rost befreit, geschweißt, lackiert und für die TÜV-Abnahme vorbereitet. Dann kommt zunächst wieder ein Benzinmotor rein. Köhne: „Wir testen dann Verbrauch und Reichwerte, um Vergleichswerte für den späteren Elektro-Einsatz zu haben.“

Danach geht es im Frühsommer wieder in die Werkstatt. In einem zweiten Boden unterhalb der Pritsche ist genug Platz für ein gutes Dutzend Batterien, die gebraucht, aber noch voll funktionsfähig zur Verfügung stehen. Denkbar sind auch zusätzliche Solarpaneele, die auf der Ladefläche montiert werden.

Der Elektromotor kommt ins Heck, dann können Mitte 2017 erste Testfahrten starten. „Wir rechnen mit einer Reichweite von mehr als 100 Kilometern und wollen das bei Oldtimer-Treffen wie den Münster Classics einfach mal ausprobieren“, so Köhne. Als Projektpartner sollen Stadtwerke und das Batterie-Forschungszentrum „Meet“ mitmachen. „Wir wollen mit diesem Fahrzeug Menschen für historische Autos begeistern und dokumentieren, wie man sie umweltfreundlich umrüsten kann.“

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