Fr., 23.09.2016

Einige Landtagskandidaten ärgert die späte Terminverlegung Das Schwarze-Peter-Spiel in der CDU beginnt

Parteichef Josef Rickfelder - hier bei einer ersten Vorstellung der Bewerber in der Kreishandwerkerschaft in der vergangenen Woche  

Parteichef Josef Rickfelder - hier bei einer ersten Vorstellung der Bewerber in der Kreishandwerkerschaft in der vergangenen Woche   Foto: Günter Benning

Münster - 

In der CDU rumort es, wenn die Partei am heutigen Freitagabend in der Stadthalle Hiltrup zusammenkommt, um dort nun ausschließlich die Bundestagsabgeordnete Sybille Benning für Berlin zu nominieren. Ursprünglich sollten im Anschluss die beiden Landtagskandidaten aufgestellt werden, was der Kreisvorstand vor drei Tagen überraschend gestrichen hat.

Von Ralf Repöhler, Dirk Anger

Der Landesjustiziar der CDU, dem der ambitionierte Zeitplan vorlegt worden war, „hatte uns dringend dazu geraten, die beiden Aufstellungsversammlungen voneinander zu trennen“, sagt Parteichef Josef Rickfelder. So wird er es am Abend auch den wegen dieser erneuten Nominierungspanne bei der CDU verärgerten Parteimitgliedern erklären, bei denen die Schwarze-Peter-Suche nach den Verantwortlichen längst begonnen hat.

Der Vorstand entschied sich so kurzfristig für zwei Versammlungen, weil nicht sichergestellt werden konnte, dass in den Wahlgang vor 23 Uhr eingetreten wird. „Es wäre wegen der unerwartet großen Zahl von Kandidaten knapp geworden, diese Zeit für die Nominierung im Süd-Wahlkreis zu erreichen“, sagt CDU-Vize Tobias Bollmann. Das Problem: Eine zu lange Marathonsitzung ist juristisch anfechtbar.

Einige der neun Landtagskandidaten, die sich auf Freitag fixiert und ihre Unterstützer für den Abend motiviert hatten, haben wegen der kurzfristigen Verlegung auf den 5. Oktober die Faust in der Tasche. Bereits bei einem Sommerfest in Gievenbeck Ende August, als es schon eine Handvoll Landtagskandidaten gab, sei mit Vorstandsmitgliedern über die Sorge eines zu langen Nominierungsabends gesprochen worden. Die Parteispitze habe trotzdem Anfang September beschlossen, die Kandidaten für Bundestag und Landtag gemeinsam zu nominieren und die spätere Versammlung um eine halbe Stunde vorzuverlegen, heißt es. Parteichef Rickfelder hatte damals noch selbst kandidiert und daher nicht an der Sitzung teilgenommen – im Gegensatz zu Kreisgeschäftsführer Christoph Brands, der seine Kandidatur erst später bekannt gab und in einer internen Facebook-Gruppe der CDU von Mitgliedern verantwortlich gemacht wird.

„Die Risiken waren bekannt“, räumt Brands ein. Es hätte aber auch die Möglichkeit bestanden, die Nominierungsveranstaltung abzubrechen. „Auf alle Möglichkeiten habe ich ausdrücklich hingewiesen“, sieht sich Brands unter Verweis auf das einstimmige Votum des Kreisvorstands außen vor.

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