Fr., 23.09.2016

Münsterische Studie Neue Serien wie „Game of Thrones“ sind ein Massenphänomen

Münsterische Studie : Neue Serien wie „Game of Thrones“ sind ein Massenphänomen

Game of Thrones: Daenerys (Emilia Clarke) mit einem ihrer Drachen. Foto: RTL 2

Neue Produktionen - vor allem aus den USA - haben den Serienmarkt verändert. Eine wissenschaftliche Studie der Uni Münster geht dem Phänomen der neuen Drama-Serien auf den Grund und räumt mit einem Missverständnis auf.

Serien wie „Game of Thrones“, „Breaking Bad“ und Co. sind laut einer Studie der Universität Münster längst keine Nischenprodukte mehr. „Fast jeder zweite Deutsche mit Internet-Zugang kennt zumindest einige Vertreter dieses neuartigen Typs TV-Serie“, sagte der Marketingwissenschaftler Thorsten Hennig-Thurau vor der Vorstellung der Studie mit dem Titel „ Phänomen Neue Drama-Serien“ bei der internationalen „Big Data, Big Movies“-Konferenz am Donnerstag in Potsdam. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur sprach er von einem „Massenphänomen“. Die Annahme, dass nur ein kleiner Prozentsatz solche Serien wahrnehme, sei falsch.

Die Wissenschaftler haben für ihre Studie internationale, englischsprachig produzierte Serien untersucht. Die davon in Deutschland am meisten geschauten neuen Serien sind der Umfrage zufolge „ The Walking Dead“ (23 Prozent der Bevölkerung), „Lost“ (19 Prozent) und „ Game of Thrones“ (18 Prozent). Die Studie untersucht die Unterschiede zwischen diesem neuen Serientyp und herkömmlich produzierten TV-Serien und analysiert die Gründe, was solche Serien erfolgreich macht.

Grundlage ist eine den Angaben zufolge für die deutschen Internetnutzer repräsentative Befragung von 4000 Zuschauern. Als „Neue Drama-Serien“ haben die Wissenschaftler moderne, anspruchsvolle Serien wie „House of Cards“, „Sherlock“ oder „Homeland“ identifiziert. Konventionelle Serien sind für sie beispielsweise „Dr. House“ und „Grey's Anatomy“. Zwar werden die „neuen“ Serien laut Studie von Menschen als allen Gesellschaftsschichten geschaut. Aber: „Ihre größten Fans aber sind jüngere Männer mit hohem kulturellem Kapital, die in Großstädten wohnen.“

Die Wissenschaftler bestätigen das sogenannte „ Binge-Watching“. „Jeder vierte Zuschauer guckt mindestens drei Folgen am Stück - und immerhin sieben Prozent gleich eine ganze Serien-Staffel.“ Außerdem haben sie herausgefunden, dass die „neuen“ Serien fast durchweg besser bewertet werden als die „klassischen“.

Unter die Top 10 der am besten bewerteten Serien schafft es mit der Anwaltsserie „Suits“ (Platz 9) nur eine als „klassisch“ eingestufte Serie. Auf Platz eins: „Game of Thrones“ gefolgt von „True Detective“ und „Breaking Bad“.

Für die Qualität spricht auch, dass die „neuen“ Serien vollständiger geschaut werden. 40 Prozent der Zuschauer haben sämtliche verfügbaren Staffeln und Folgen geschaut (bei den herkömmlichen Serien sind es nur 22 Prozent).

Ziel der Studie ist es auch, die deutsche Film- und Fernsehlandschaft darin zu unterstützen, „wettbewerbsfähige Neue Drama-Serien zu kreieren, die von den Zuschauern auch angenommen werden“. Die neuen Serien unterscheiden sich nach Definition der Wissenschaftler durch Inhalt und Erzählweise, aber auch durch Originalität und Radikalität von den klassischen. Die Wissenschaftler kommen zu folgendem Fazit: „Ausschlag gebend für den Erfolg ist neben der Atmosphäre auch der Mut ihrer Macher zu radikalen und überraschenden Elementen.“

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