Fr., 23.09.2016

Rettungstraining für Schüler Herzdruck rettet Leben

Die Herzdruckmassage trainierten am Freitag Kant-Gymnasiasten in Hiltrup an speziellen Übungspuppen. Das Projekt „Ein Leben retten“ soll mit Unterstützung der Feuerwehr auf alle städtischen Bildungseinrichtungen ausgeweitet werden.

Die Herzdruckmassage trainierten am Freitag Kant-Gymnasiasten in Hiltrup an speziellen Übungspuppen. Das Projekt „Ein Leben retten“ soll mit Unterstützung der Feuerwehr auf alle städtischen Bildungseinrichtungen ausgeweitet werden. Foto: hpe

Münster - 

An Münsters Schulen ist ein spezielles Reanimationstraining gestartet, nach dem Paulinum ist jetzt auch das Hiltruper Kant-Gymnasium mit Puppen ausgestattet, an denen die Schüler die Herzdruckmassage üben können.

Von Helmut P. Etzkorn

Nur zehn Prozent aller Menschen überleben einen Herz-Kreislauf-Stillstand, alle anderen werden in ihrem Todeskampf das tragische Opfer von Unwissenheit und der Angst, als Helfer etwas Falsches zu tun.

„Verkehrt ist nur, wenn man nichts tut“, sagt Dr. Andreas Bohn, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes bei der Berufsfeuerwehr. Mit der Initiative „Ein Leben retten“ wollen die professionellen Helfer den Laienrettern Mut machen, für das Leben andere zu kämpfen. Das neuartige Reanimationstraining für Schulen wurde am Freitag am Hiltruper Kant-Gymnasium vorgestellt.

Steven Liebing (15) ist am Kant als Schulsanitäter aktiv, für ihn ist das Training an den Puppen „Ehrensache“. Liebing: „Wir haben auf einer Studienfahrt den Ernstfall hautnah erlebt. Es kann jeden treffen, deshalb sollte jeder helfen können.“

Und die Herzdruckmassage ist tatsächlich für jeden schnell begreiflich. In der Puppe ist ein Click-Mechanismus eingebaut. Löst er hörbar aus, ist die Reanimation erfolgreich. Bohn: „Überlebenswichtig ist, dass das Gehirn wieder mit Sauerstoff versorgt wird, wenn die Pumpfunktion des Herzens ausfällt und der Blutkreislauf steht. Darum ist das schnelle Drücken auf den Brustkorb wichtiger, als die Beatmung.“

Nach Ansicht der Ärzte verdreifacht sich die Überlebenschance für den Patienten, wenn die Druckmassage konsequent bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchgeführt wird.

Am Kant ist Dr. Katja Kemmerling, Ärztin und Mutter von zwei Schülern, aktiv geworden. Nach dem Paulinum sind nun die Hiltruper die zweite Schule, die über das notwendige Trainingsmaterial verfügt. Zunächst werden die Lehrer als Multiplikatoren ausgebildet, dann sind alle Schüler ab Klasse sieben aufwärts im Schulungsprogramm. „Die Jugendlichen müssen das mindestens einmal pro Jahr üben, damit sich die Technik verinnerlicht und im Ernstfall auch eingesetzt wird.“

Pro Jahr sollen zwei Schulen mit den Puppen ausgestattet. Am Sonntag (25. September) findet ein öffentliches Reanimationstraining für alle beim Feuerwehr-Leistungsnachweis auf dem Hafenplatz statt.

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