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Fr., 23.09.2016

„Nordwalder Biografietage“ mit Florian Burkhardt im Cinema Electroboy auf der Couch

Florian Burkhardt („Electroboy“) mit Regisseur Marcel Gisler

Florian Burkhardt („Electroboy“) mit Regisseur Marcel Gisler Foto: Michael Schardt

Münster - 

Was für eine Persönlichkeit, was für eine Karriere, was für ein Film! Seine Kindheit und Jugendzeit kam ihm wie ein Leben im Käfig vor, stets überwacht und gelenkt von einer überfürsorglichen Mutter. Erst mit 21 Jahren, als er ein pädagogisches Examen in der Tasche hat, bricht er aus dem bürgerlichen Schweizer Familienidyll in Richtung Hollywood aus, etwas naiv vielleicht, aber mit großen Träumen. Was folgt, ist die beispiellose Karriere eines Topmodels, Internetpioniers, Partyveranstalters, Musikers und Autors.

Von Michael Schardt

Die Rede ist von Florian Burkhardt (Jahrgang 1974) dessen schillerndes Leben Gegenstand eines schon mehrfach ausgezeichneten Dokumentarfilmes mit dem Titel „Electroboy“ wurde. Jetzt wurde der Streifen innerhalb der „Nordwalder Biografietage“ im Beisein des Künstlers und des Regisseurs Marcel Gisler im Cinema vorgestellt.

Auf ausgewählte Karrierestationen wirft der Film nur beiläufig einige Schlaglichter, „um das Publikum zu ködern“, wie Gisler im Gespräch einräumt. Mehr geht es um den Entwurf eines familiären Psychogramms, das anhand von ausführlichen Interviews mit dem Protagonisten, seinen Eltern und Weggefährten nachgezeichnet wird. Im Zentrum stehen die offen ausgelebte Homosexualität Burkhardts, seine 2004 diagnostizierte Angststörung, das narzisstische Persönlichkeitsprofil, schließlich der Aufenthalt im „Irrenhaus“, wie er es nennt.

Den Film, intensiv, ehrlich, direkt und unbedingt sehenswert, als Seelenstriptease eines Egozentrikers abzutun, wäre falsch. Ins Programmkino Cinema lockte er jedoch nur ein kleines Publikum.

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