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Fr., 23.09.2016

Einmal im Bus um die Stadt Premiere auf der Ringlinie

Häppchen für die Fahrgäste – das gab es nur bei der Probefahrt. 

Häppchen für die Fahrgäste – das gab es nur bei der Probefahrt.  Foto: Günter Benning

Münster - 

Startschuss ist der 10. Oktober. Aber schon jetzt konnte man die neue Ringlinie um Münsters City testen.

Von Günter Benning

Sie standen wie Schüler im Frühbus. Stadtwerke-Geschäftsführer, Kommunalpolitiker, Verkehrs-Planer. Alle nahmen am Freitagmittag an der Premierenfahrt der Ringlinie teil. „Als ich hier vor acht Jahren anfing“, erinnert sich Stadtwerke-Chef Dr. Henning Müller-Tengelmann, „rangierte diese Linie auf Nummer zwei der Bürger-Wünsche.“ Am 10. Oktober soll die 42-Minuten-Tour rund um Münsters Zentrum nun freigeschaltet werden.

Fotostrecke: Premierenfahrt auf der Ringlinie

Den Erfolg schreiben sich viele zu. Zum Beispiel der grüne Ratsherr Gerhard Joksch: „Ein Quantensprung. Zum ersten Mal kann man von außen nach außen fahren.“ Ohne Bremspartie durch die Innenstadt.

Die Stadtwerke demonstrieren auf ihrer Internet-Seite, dass sich rund um die neue Linie viele Verbindungspunkte bieten. Zunächst starten die zehn Busse weitestgehend im 15-Minuten-Takt, frühmorgens alle zehn Minuten. Für Nahverkehrsmanager Reinhard Schulte, ist jetzt schon klar, dass man nachregeln wird: „Wir hoffen auf Resonanz von den Fahrgästen.“ Langfristig denkbar ist eine weitere Verdichtung des Streckentakts und eine bessere Vernetzung mit den Stadtteilen.

Am Freitag begann die Fahrt am Hafenplatz. Der natürliche Beginn ist aber der Bahnhof. Dorthin wird die Rundlinie verschwenkt. Michael Milde, Verkehrsplaner in der Stadverwaltung: „Das war ein Wunsch der Münsteraner.“

Bei der Jungfernfahrt wurden auch gleich die Knackpunkte deutlich. Schon am Hansaring ging es kaum schneller als im Schritttempo voran. Vor dem Franziskus-Hospital wartete bereits Stadtwerke-Mitarbeiterin Jasmin Weisbrodt, passenderweise mit einem Häppchen Graubrot. Sie hatte den Bus per Fahrrad leichthin überholt.

Kleines Intermezzo vor dem Pumpenhaus: Hier stiegen Barbara Kemmler und Ibrahin Issa vom Cactus-Theater zu. Und Issa gab eine begeisternde Einführung in die Kanak Sprak: „Hast Du deine Bewerbungsunterlagen schon eingereicht?“, sagte Issa, „heißt: Alder, Hartz 4 oder was.“

Solche kulturellen Highlights wird die Rundstrecke eher nicht bieten. Sie dürfte aber der Linie 14 durchaus Konkurrenz machen, wenn es um touristische Ausblicke geht.

Hartwig Hommann von Statt Reisen erläuterte jedenfalls wortreich, was es auf der Fahrt zu sehen gibt: Vom Skulpturen-Projekt Adler bis zur Torminbrücke, vom LVM-Kristall bis zum Ludgerikreisel.

Im Oktober präsentieren die Stadtwerke den dicksten Fahrplan, den sie je hatten. Die Fahrerstunden werden um 30 000 ausgeweitet. Busfahrer Wayne Rike kennt da nur eine Gefahr: „Dass man sich verfährt.“

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