Do., 06.10.2016

Bruterfolg bei den Chile-Flamingos Neue Nesthocker im Allwetterzoo

Solange die Küken noch bei ihren Eltern auf den Nestern hocken, können Zoobesucher sie wunderbar beobachten.

Solange die Küken noch bei ihren Eltern auf den Nestern hocken, können Zoobesucher sie wunderbar beobachten. Foto: Stefanie Heeke/Allwetterzoo

Münster - 

Münster - Gute Nachrichten aus dem Allwetterzoo: Nachwuchs bei den Chile-Flamingos. Drei Küken sind bisher geschlüpft, mehr könnten folgen. Nun erklärt der Zoo, wie die kleinen Tiere in ihr Leben starten.

Zur Eröffnung des Allwetterzoo Münster am 2. Mai 1974 begrüßt eine graziöse Flamingo-Gruppe im Eingangsbereich die Zoobesucher. Erst später ziehen die rosafarbenen Stelzvögel um an ihren heutigen Standort am Elefanten-Park. Und noch viel später, nämlich 2013, gibt es den ersten Bruterfolg bei den Chile-Flamingos mit zwei geschlüpften Jungvögeln.

Möglicherweise schlüpft noch mehr Nachwuchs

Jetzt, drei Jahre nach dem ersten Erfolg, verkündet der Allwetterzoo den zweiten Bruterfolg bei den Flamingos: „Drei Küken sind bislang geschlüpft“, so Zookurator Dr. Dirk Wewers. „Das ist schon ein Küken mehr als beim ersten Schlupf und somit ein gutes Zeichen, dass sich die exotischen Vögel hier bei uns wohlfühlen.“ Ob noch mit weiteren Küken bei dieser Brut zu rechnen sei, kann der Biologe noch nicht genau sagen.  „Es sieht so aus, dass noch drei bis vier Eier unter den Flamingos liegen, aber das ist schwer zu schätzen“, schmunzelt Wewers, „weil die Altvögel so selten aufstehen...“ 

Mehr Geschichten aus dem Allwetterzoo gibt's in unserem Online-Special.

Chile-Flamingos reagieren nach Angaben des Zoos äußerst empfindlich auf Störungen am Nistplatz, so dass in manchen Jahren bestimmte Kolonien überhaupt nicht zur Ei-Ablage schreiten. Die Nester stehen dicht beieinander. Das Nest besteht aus einem 30 bis 40 Zentimeter hohen Schlammhügel im flachen Uferwasser, der oben eine flache Mulde trägt, in die ohne weitere Auspolsterung das einzige weiße Ei gelegt wird. Nur selten findet man zwei Eier in einem Nest.

Fotostrecke: Herbst im Allwetterzoo Münster

Jungvögel leben in "Kindergärten"

Die Jungvögel haben ein weißes, kurzes, dichtes Dunenkleid, das nach vier Wochen durch ein graues Jugendkleid ersetzt wird. In den ersten vier Tagen bleibt der junge Flamingo auf dem Nest hocken, bei Störungen aber kann er bereits nach wenigen Stunden weglaufen und schwim­men.

Nach Verlassen des Nestes finden sich mehrere Jungvögel zu »Kindergärten« zusam­men, über die ständig einige Altvögel Wache halten. Da der Filterschnabel noch nicht voll entwickelt ist, sind die Jungen noch von den Eltern abhängig, die sie persönlich erken­nen und mit einer besonderen Nähr­flüssigkeit, der »Milch« der Flamingos, füttern. Diese ist durch Fett und Proteine besonders nahrhaft. Im Alter von sechs Wochen sind die jungen Flamin­gos dann voll befiedert, flügge werden sie mit rund 78 Tagen. Geschlechtsreif werden Flamingos mit etwa sechs Jahren.

Flamingos sind eine recht alte Vogelgruppe, deren Überleben in Freiheit heute durch die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraumes wie Beunruhigung durch Lärm sowie Trockenlegungen ernsthaft in Frage gestellt wird. Flamingos können im Zoo über 50 Jahre alt werden.



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