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Di., 18.10.2016

Buslinien in Gievenbeck Kein City-Takt im Auenviertel

Im Abstand von zwei Minuten und dann 18 Minuten lang gar nicht, die Taktung der Linien elf und zwölf im Auenviertel ist, wie hier an der Gronowskistraße, nicht optimal.

Im Abstand von zwei Minuten und dann 18 Minuten lang gar nicht, die Taktung der Linien elf und zwölf im Auenviertel ist, wie hier an der Gronowskistraße, nicht optimal. Foto: cht

Münster-Gievenbeck - 

Seit einer Woche gilt der neue Busfahrplan der Stadtwerke Münster, doch längst nicht alle Kunden sind begeistert von dem überarbeiteten Angebot. Unregelmäßige Taktungen und Wartezeiten von fast 20 Minuten sorgen für Unmut im Auenviertel.

Von Christina Hustedt

Seit einer Woche gilt der neue Busfahrplan der Stadtwerke Münster, doch längst nicht alle Kunden sind begeistert von dem überarbeiteten Angebot. Sabine Friedel wohnt am Mergelberg in Gievenbeck und fühlt zum Beispiel sich und die anderen Bewohner des Auenviertels „abgehängt“ vom City-Takt der Stadtwerke. Zwar störe sie der „Tausch“ der Linien elf und zwölf nicht, wohl aber, dass sich mit dem neuen Plan die Abfahrtzeiten nicht verbessert hätten. Im Gegenteil.

„Eigentlich sollten die Busse in der Stadt im Zehn-Minuten-Takt fahren, doch davon sind wir weit entfernt“, beklagt Sabine Friedel, die regelmäßig die Buslinien elf und zwölf ab Haltestelle Gronowskistraße in Richtung Hauptbahnhof nutzt. Tatsächlich sei die Taktung gegenüber dem alten Fahrplan noch schlechter geworden. Bisher seien die Busse im Abstand von sechs und 14 Minuten gefahren. „Jetzt fahren die Linien einmal in einem Abstand von zwei Minuten und dann kommt 18 Minuten lang gar keiner“, ärgert sich Sabine Friedel. Dabei sei besonders paradox, dass die Taktung an Samstagen besser funktioniere, dann führen die elf und zwölf in Richtung City alle sieben Minuten.

Die Gievenbeckerin vermutet eine bewusste Benachteiligung des Auenviertels gegenüber Bereichen wie dem Coesfelder Kreuz oder der Haltestelle Rüschhausweg. „Dort ist ein Fünf-Minuten-Takt möglich, aber nach hinten ins Wohngebiet hinein ist alles egal.“

Florian Adler, Sprecher der Stadtwerke Münster, räumt ein, dass die Taktung tatsächlich in einigen Bereichen Gievenbecks schlechter geworden sei. Gleichzeitig betonte er, dass die Busse beispielsweise an der Haltestelle Auenviertel und vor allem am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium jetzt häufiger führen. „Aber es ist wahr, wir können nicht überall einen echten Zehn-Minuten-Takt einhalten, nur auf den Hauptverkehrsachsen. In den Außenbereichen wird das sehr schwierig“, erläutert Adler. Die Unregelmäßigkeiten der Abfahrtzeiten erklärt der Stadtwerke-Sprecher mit der gegenläufigen Anfahrt des Auenviertels. „Wir haben diese Probleme aber auf dem Schirm, sammeln derzeit Rückmeldungen von Kunden und hoffen, hier und da flexibel reagieren zu können“, sagt Adler.

Die kürzeren Wartezeiten an Samstagen begründet er damit, dass dann beide Busse über die Wolbecker Straße ins Auenviertel fahren. „Die 22 fährt nur bis zum Bahnhof und wird dann zur zwölf. Das merken aber die Gievenbecker nicht.“ Das erkläre auch den anderen Kritikpunkt Sabine Friedels, dass die Busse in Richtung Gievenbeck montags bis freitags am Hauptbahnhof auf gegenüberliegenden Bussteigen abfahren, samstags aber nicht. „Ich halte das für sehr gefährlich. Wenn Kinder und Jugendliche bei Verspätungen eines Busses schnell über die Straße rennen, um den anderen zu erreichen“, mahnt sie.

Diese Gefahr sieht Florian Adler so nicht. „Die Linien fahren in ausreichendem zeitlichen Abstand, dass jeder bequem an der Ampel die Fahrbahn queren kann.“



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