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Di., 18.10.2016

Verkaufsoffener Sonntag Lebenswirklichkeit nicht mehr im Blick

Münster - 

In der kontroversen Debatte um Sonntagsöffnungszeiten hat der Vorstandsvorsitzende der Superbiomarkt AG, Michael Radau, in seiner Funktion als Präsident des Handelsverbandes NRW scharfe Kritik an Gewerkschaften und Kirchen geübt.

Verdi agiere im Schulterschluss mit Kirchen und kirchennahen Organisationen „in höchstem Maße reaktionär und an der Lebensrealität der Menschen vorbei“, stellte Radau im öffentlichen Teil der Landesdelegiertenversammlung des NRW-Einzelhandels vor zahlreichen Gästen aus Politik und Verwaltung in Düsseldorf fest. Wenn die Gesellschaft Einkaufen am Sonntag tatsächlich ablehnt, wie erklären sich dann die sonntäglichen Peaks bei den Bestelleingängen der Online-Händler?“, fragte Raudau laut Pressemitteilung des Handelsverbandes NRW in die Runde. Und: „Wie erklären sich die Autokolonnen, die sich sonntags in Richtung Niederlande in Bewegung setzen? Wie erklären sich die Massen, die sich an den verkaufsoffenen Sonntagen durch die Städte schieben?“, so Radau.

Die Gewerkschaft Verdi schade mit ihrem Generalangriff auf verkaufsoffene Sonntage vor allem dem Handel in kleinen und mittleren Städten, der in besonderem Maße darauf angewiesen sei, sich mit Hilfe von Sonderaktionen zu präsentieren, um Kunden zurück- oder neuzugewinnen. Verdi nehme in Kauf, den stationären Handel nachhaltig zu schwächen.

Nach dem von Verdi und den Kirchen vorangetriebenem Bürgerbegehren sollen Münsters Bürger am 6. November abschließend ihr Votum über eine mögliche Ausweitung verkaufsoffener Sonntage abgeben.



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