Anzeige

Di., 18.10.2016

Mikrobiologe Mathias Hermann: Rückkehrer an die Universität Münster Neuer Dekan: „Angekommen“ im Amt

Der neue Dekan Prof. Dr. Mathias Herrmann will, dass die Forschung an der Medizinischen Fakultät stark bleibt.

Der neue Dekan Prof. Dr. Mathias Herrmann will, dass die Forschung an der Medizinischen Fakultät stark bleibt. Foto: WWU

Münster - 

Prof. Dr. Mathias Herrmann hat unter den Dekanen der Universität einen Sonderstatus. Er leitet als Nachfolger von Alt-Dekan Wilhelm Schmitz die nach Anzahl der Professoren größte Fakultät der Universität hauptamtlich. Rund 120 Professoren, etliche Hundert wissenschaftliche Mitarbeiter und rund 2200 Studierende sind Mitglieder der Medizinischen Fakultät.

Von Karin Völker

Überall neue Gesichter in den Chefbüros der Universität: Im Schatten des jetzt vollzogenen Rektoratswechsels im Schloss ist bereits im Sommer an der Medizinischen Fakultät der Universität ein neuer Mann an die Spitze getreten. Prof. Dr. Mathias Herrmann hat unter den Dekanen der Universität einen Sonderstatus. Er leitet als Nachfolger von Alt-Dekan Wilhelm Schmitz die nach Anzahl der Professoren größte Fakultät der Universität hauptamtlich. Rund 120 Professoren, etliche Hundert wissenschaftliche Mitarbeiter und rund 2200 Studierende sind Mitglieder der Fakultät.

Mathias Herrmann (57) hat sich mittlerweile eingearbeitet, in Münster ist er ein Neuankömmling und alter Bekannter zugleich. Von 1993 bis 2001 arbeitete der Wissenschaftler am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Münster, habilitierte sich hier 1996. Der Chef der Medizinischen Mikrobiologie und WWU-Senatsvorsitzende Prof. Dr. Georg Peters ist der frühere Chef des neuen Dekans.

Seit 2001 war Herrmann Professor an der Universität des Saarlandes, die Forschung über multiresistente Keime im Krankenhaus – ein Schwerpunkt der münsterischen Fakultät – ist sein Spezialthema. Von der Forschung mag er sich in seinem neuen Amt noch nicht ganz verabschieden: Erst im September hat ihn die Deutsche Gesellschaft für Mikrobiologie und Hygiene im Amt als Präsident bestätigt.

Aber Hermann macht sich nach drei Monaten im Amt in Münster wenig Illusionen: „Fürs Forschen bleibt mir wenig Zeit“, sagt er, wirklich erwartet hat er das auch nicht. Als er die Stellenannonce der Medizinischen Fakultät sah, wusste er: „Das ist noch einmal eine Möglichkeit, in der Medizin anders zu arbeiten.“ Anders, das bedeutet vor allem, seine Innensicht vom Forschungsbetrieb umsetzen in die Organisation eines großen Lehr- und Forschungsbetriebes. „Hochpolitisch“, beschreibt er sein Amt. Die Fakultät bewegt so viele Millionen Euro an Forschungsfeldern wie keine zweite an der Universität, und er will die Universitätsmedizin in Münster unbedingt deutschlandweit auf den oberen Plätzen halten, in der Liga der forschungsorientierten Fakultäten sei Münster „ohnehin schon lange angekommen“.

In der neuen Runde der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern, die gerade in der Vorbereitung ist, werde auch die Medizin für die Bewerbung der Universität eine wichtige Rolle spielen.

Zur Spitzenforschung gehört für den Dekan die exzellente Lehre: In Saarbrücken war er für zwei Jahre Vizepräsident der Hochschule für Lehre und Studium. Die praktische Ausbildung der angehenden Ärzte ist ihm ein besonderes Anliegen, Studienhospital und Studienpraxis sind Einrichtungen, die er für besonders wichtig hält. Das Thema der gehäuften Schummelei in medizinischen Doktorarbeiten hält der neue Dekan für aufgearbeitet. „Das war ein schmerzhafter Prozess“, sagt er. Einzelfälle ließen sich wahrscheinlich auch weiterhin nicht völlig ausschließen, meint er, die neuen Promotionsprogramme und Vorschriften in der Fakultät garantierten aber weitestgehend korrektes wissenschaftliches Arbeiten.

Die Professoren der Fakultät sind gleichzeitig auch Ärzte des Universitätsklinikums Münster. Mathias Hermann versteht seine Funktion auch darin, den Interessen der Wissenschaft, Forschung und Ausbildung viel Gewicht zu geben. „Ich bin in dieser Funktion sehr gut aufgenommen worden“, sagt er über seine neue und alte Heimat Münster. Auch wenn die Familie weiter im Saarland wohnt.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4377482?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F