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Di., 18.10.2016

Ludwig-Erhard-Berufskolleg Förderklassen können nicht alle Probleme lösen

Die Internationalen Förderklassen am Ludwig-Erhard-Berufskolleg leisten ganze Arbeit: Ralf Köper (Stellvertretender Schulleiter, 3.v.r.) und Bettina Klöcker (Abteilungsleiterin für Internationale Förderklassen, 5.v.r.) brachten Sybille Benning (4.v.l.) ins Gespräch mit jungen Flüchtlingen.

Die Internationalen Förderklassen am Ludwig-Erhard-Berufskolleg leisten ganze Arbeit: Ralf Köper (Stellvertretender Schulleiter, 3.v.r.) und Bettina Klöcker (Abteilungsleiterin für Internationale Förderklassen, 5.v.r.) brachten Sybille Benning (4.v.l.) ins Gespräch mit jungen Flüchtlingen. Foto: Ludwig-Erhard-Berufskolleg

Münster - 

Die Bundestagsabgeordnete Sybille Benning besuchte das Ludwig-Erhard-Berufskolleg und kam dabei mit jungen Flüchtlingen ins Gespräch. Trotz großer Motivation sei deren Weg in einen Beruf steinig.

Am Ludwig-Erhard-Berufskolleg werden derzeit etwa 80 junge Flüchtlinge in fünf Klassen unterrichtet. Der Unterricht erfolgt inzwischen mit der Aufgabe, einen schulischen Abschluss zu realisieren. Möglich sind laut Pressemitteilung Fachoberschulreife oder Hauptschulabschluss – oder die Vermittlung in eine arbeitsvorbereitende Maßnahme oder sogar in eine Ausbildung.

Die Bundestagsabgeordnete Sybille Benning (CDU) besuchte jetzt die kaufmännische Schule am Inselbogen. Der stellvertretende Schulleiter Ralf Köper und die Abteilungsleiterin für Internationale Förderklassen, Bettina Klöcker, demonstrierten die Unterrichtsarbeit und die Schulsozialarbeit in den Klassen. Die 16- bis 20-jährigen Flüchtlinge unterhalten sich problemlos in gutem Deutsch mit der Bundestagsabgeordneten – nach maximal einem halben Jahr Deutschunterricht.

„Kann ich auch Ärztin werden?“, fragte Shaha Haj Ali bei einer gemeinsamen Gesprächsrunde. Die Frage verdeutlicht die große Motivation unter den jungen Flüchtlingen. Im Gespräch zeigt sich jedoch, dass die Wege oft steinig und mit bürokratischen Hürden versehen sind.

So wartet Kawa Eibesch seit einem Jahr auf die Anerkennung seines syrischen Abiturs, während Feraydon Achmadi seine Abschiebung fürchtet. Firoz Mohammadi hat ein Ausbildungsangebot in der Orthopädietechnik, hat jedoch auch noch andere Pläne. Die jungen Flüchtlinge formulieren den Wunsch nach Ausbildung und Wohnraum.

lobte Sybille Benning ausdrücklich die Arbeit der Schule, insbesondere in der Integration der Flüchtlinge. „Ich sehe heute, wie groß die Leistung der Lehrerinnen und Lehrer ist, wie gut die Lehrerteam zusammen arbeiten und wie groß die schulischen Erfolge sind. Umso schwieriger, wenn es nach dem einen vorgesehenen Jahr im deutschen Berufskolleg noch nicht zu einem deutschen Schulabschluss kommt.“

So werden verschiedene Probleme deutlich. Die Übergänge in Ausbildung seien oft mit Hindernissen versehen. Ein weiteres Problem sei die Personalknappheit. Der Schulsozialarbeiter Jonas Rohwetter ist nur an zwei Tagen ans Berufskolleg abgeordnet. Eigentlich werde er täglich benötigt. Besonders wies Ralf Köper auf den Lehrermangel hin.



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