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Di., 18.10.2016

Frauennotruf Münster startet Mittwoch ungewöhnliche Aktion Trillerpfeifen gegen sexuelle Belästigung

Schrille Töne schlägt der Frauennotruf an, wenn es um sexuelle Belästigung geht (v.l.): Sarah Lehmann, Daniela Stöveken, Lisa Sundermann, Gerlinde Gröger und Johanna Bodenhausen sind überzeugt, dass eine Trillerpfeife Frauen in solchen Situationen eine gute Hilfe zur Abschreckung von Tätern gibt.

Schrille Töne schlägt der Frauennotruf an, wenn es um sexuelle Belästigung geht (v.l.): Sarah Lehmann, Daniela Stöveken, Lisa Sundermann, Gerlinde Gröger und Johanna Bodenhausen sind überzeugt, dass eine Trillerpfeife Frauen in solchen Situationen eine gute Hilfe zur Abschreckung von Tätern gibt. Foto: ide

Münster - 

Trillerpfeifen können Täter abschrecken: Der Frauennotruf Münster verteilt 1000 Stück davon an der Uni und in Münsters Partyszene.

Von Martina Döbbe

Aufpassen. Achtsam sein. Abschrecken. Aber nicht wegschauen. All das wünschen sich Gerlinde Gröger und Daniela Stöveken – geht es um das Thema sexuelle Belästigung. Wo aber fängt sie an? Was tue ich, wenn ich etwas beobachte, was mir nicht „geheuer“ vorkommt? Wie reagiere ich, wenn ich selbst angegrapscht, angestarrt oder angemacht werde?

Die beiden Fachfrauen vom Frauennotruf Münster setzen zum einen auf Information und Aufklärung, zum zweiten auf schrillen Abpfiff. Mit am Start Lisa Sundermann, Johanna Bodenhausen und Sarah Lehmann: Die drei jungen Frauen verteilen vom heutigen Mittwoch an Trillerpfeifen – an der Uni ebenso wie bei Veranstaltungen und in Münsters Partyszene.

Und diese Pfeifen sind keineswegs als Zierde fürs Schlüsselbund gedacht: „Wir hoffen, dass Frauen sie immer dann einsetzen, um ein Warnsignal zu geben, um mögliche Täter zu stören und auf sich und eine unangenehme Situation aufmerksam zu machen“, informiert Gerlinde Gröger. Die Leiterin des Frauennotrufs weiß aus der täglichen Arbeit der Beratungsstelle, dass sich viele Frauen gerade auch im öffentlichen Raum sexueller Belästigung ausgeliefert fühlen und unsicher sind, wie sie damit umgehen sollen.

„Es ist kein Kavaliersdelikt“, unterstreicht Kollegin Daniela Stöveken, wie wichtig es ist, Solidarität zu zeigen und nicht einfach zu resignieren. Bei manchen Frauen führe das dazu, dass sie nicht mehr gern allein ausgehen, lieber die Straßenseite wechseln, wenn ihnen eine Männergruppe entgegenkommt und sich vom „Antanzen“ bedroht und bedrängt fühlen. Ein schriller Pfiff könne da eine wirkungsvolle Abschreckung sein, hofft Gerlinde Gröger, die diese Trillerpfeifen-Idee entwickelt hat.

Die Pfeifen sind mit dem Logo Frauennotruf Münster bedruckt, ebenso mit der Telefonnummer der Einrichtung. „Wir hoffen, dass die Aktion gut ankommt und Frauen hilft“, sind Gerlinde Gröger und Daniela Stöveken auf das Echo gespannt.

Auch die „Party-Guides“, die für den Frauennotruf regelmäßig unterwegs sind, um das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen, finden es wichtig, das Bewusstsein zu schärfen: „Sexuelle Belästigung darf nicht sein.“ Der Frauennotruf hat diese geschulten Teams schon bei anderen Kampagnen erfolgreich eingesetzt – und freut sich, wenn sich noch neue Interessentinnen für diese ehrenamtlichen Aufgabe finden.

Zum Thema

www.frauennotruf-muenster.de

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