Mi., 19.10.2016

Theatermafia eröffnet im Paul-Gerhardt-Haus das zwölfte Playstation-Theaterfestival Glück gegen Geld im Angebot

Eine der Stationen, der „Utomat“, handelte mit Utopien – Wunschvorstellungen.

Eine der Stationen, der „Utomat“, handelte mit Utopien – Wunschvorstellungen. Foto: jebe

Münster - 

Welcher Verbrauchertyp bin ich? Wie stark wird mein Leben vom Konsum geprägt? Und warum ist das eigentlich so? Mit diesen Fragen konnten sich die Zuschauer der performativen Konsum-Studie „Verbrauch und Sinn“ kritisch auseinandersetzen.

Von Jessica Best

Welcher Verbrauchertyp bin ich? Wie stark wird mein Leben vom Konsum geprägt? Und warum ist das eigentlich so? Mit diesen Fragen konnten sich die Zuschauer der performativen Konsum-Studie „Verbrauch und Sinn“ kritisch auseinandersetzen. Die Performance war der Auftakt zum zwölften Playstation-Theaterfestival der Theatermafia des Jugendzentrums im Paul-Gerhardt-Haus, das bis zum 21. Oktober unter der künstlerischen Leitung des Theaterpädagogen Olaf Herzog stattfindet.

Wer sich unter dem Abendprogramm einen belehrenden Vortrag über die Folgen eines maßlosen Konsums vorgestellt hatte, der wurde überrascht. Vielmehr wurden die Gäste zu einem Rundgang durch fünf Stationen eingeladen, an denen sie selbstständig und ohne weitere Anweisungen den Reizen und Dienstleistungen unterschiedlichster Anbieter ausgesetzt waren und für sich selbst erkennen konnten, mit welchen Maschen die Industrie den Konsumenten neue Bedürfnisse einzureden versucht.

Von Freiheit und Sicherheit über Gesundheit und das ultimative Abenteuer versprach beispielsweise die „Erlebensberatung GmbH“ alles, was das Herz begehrt. Nichts scheint es zu geben, was sich nicht herstellen und mit ein paar motivierenden Worten verkaufen ließe. Die Besucher mussten nur einen Wunsch äußern, und prompt entwickelte das Unternehmen eine Strategie, um jedes vermeintliche Bedürfnis zu stillen. Der monotone Singsang der Verkäuferinnenstimme spiegelte dabei das Rauschen der Werbeclips wider, die heute an jeder Ecke auf einen lauern und Glück gegen Geld anbieten.

Waren die Zuschauer noch fasziniert von der Leichtigkeit, mit der scheinbar jeder noch so große Wunsch von der „Erlebensberatung“ in einem einzigen Produkt verpackt werden konnte, wartete an der nächsten Ecke auch schon die nächste Skurrilität in Form eines „Utomaten“ – eines Automaten, der gegen Bares Wunschvorstellungen ausspuckt, die bisher nur in den Köpfen der Menschen existierten.

Am Ende konnte die Performance dem ein oder anderen wohl die Augen dafür öffnen, dass das Chaos aus grenzenlosen Versprechen und absurden Dienstleistungen, aus denen die reine Profitgier spricht, bittere Realität ist und der Konsument diese Mogelpackungen allzu häufig abkauft.

Im Zuge des Playstation-Festivals werden an den Nachmittagen Theater-Workshops rund um das Thema Konsum von Künstlern und professionellen Theaterpädagogen angeboten. Die Ergebnisse dieser Workshops werden am Abschlussabend präsentiert.

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Weitere Infos zu Teilnahme und Preisen unter: ✆ 5 40 36 oder online.



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