Mo., 17.10.2016

Standort Hammer Straße wurde wiederholt infrage gestellt Stadion-Debatte seit 27 Jahren

Das Preußen-Stadion an der Hammer Straße

Das Preußen-Stadion an der Hammer Straße Foto: Uwe Renners

Münster - 

Stadion-Debatten haben in Münster eine lange Tradition. Seit 27 Jahren schwappen sie immer wieder hoch. Hier eine Chronologie der bisherigen Geschichte, die sich in fünf Phasen unterteilen lässt.

Von Klaus Baumeister

►  Erste Phase 1989 – 1994: Das Versprechen

Der SC Preußen steigt 1989 von der dritten in die zweite Liga auf. Aus diesem Grund verspricht der damalige Oberbürgermeister Dr. Jörg Twenhöven dem Verein ein neues Stadion am Standort Hammer Straße.

Bei der näheren Prüfung des Projektes ergibt sich aber ein Kostenvolumen, das den Verantwortlichen im Rathaus als zu hoch erscheint. Die Stadionpläne werden zurückgestellt.

►  Zweite Phase 1994 – 2000: Die unerfüllte Hoffnung

Der Rat der Stadt beschließt den Einstieg in das Projekt Preußen-Park. Die Stadt und der SC Preußen möchten mit dem Hamburger Unternehmen ECE zusammenarbeiten, das bundesweit Einkaufszentren betreibt. In Münster soll an der Hammer Straße ein Stadion mit 22 500 Plätzen und ein Einkaufszentrum kombiniert werden. ECE will die Investition stemmen, die Stadt soll „nur“ fünf Millionen Euro beisteuern.

Der Handelsverein organisiert eine Klage gegen den Preußen-Park. Im Jahr 2000 kippt das Oberverwaltungsgericht den Preußen-Park wegen gravierender Mängel im Bebauungsplan, insbesondere beim Lärmschutz.

►  Dritte Phase: 2000 – 2004: Hektische Suche in und um Münster

Die Stadt Münster und der SC Preußen sind sich im Gefolge des Gerichtsurteils einig, dass der alte Standort an der Hammer Straße „verbrannt“ ist. Es beginnt die Suche nach einem Ersatzstandort, wobei die Frage der Finanzierung offen bleibt.

Geprüft und verworfen wurden unter anderem folgende Standorte: Gewerbegebiet Hessenweg am Schifffahrter Damm (fehlender Abstand zu einem Gefahrgutstandort), Industriefläche auf der Loddenheide (Umnutzung hätte Regresszahlungen an das Land erforderlich gemacht), Fläche an der Theodor-Scheiwe-Straße (Lärmschutzkonflikt), Freifläche nahe der Autobahnabfahrt Senden an der A 43 (zu weit weg) sowie das Gewerbegebiet Haus Uhlenkotten in Nienberge (Fläche nicht verfügbar).

►  Vierte Phase: 2004 – 2016: Rückbesinnung auf die Hammer Straße

Wegen der offenen Finanzierungs- und Standortfrage beschließt der Rat, dem SC Preußen fünf Millionen Euro für eine Stadion-Investition zur Verfügung zu stellen, ansonsten aber keine weiteren Neubaupläne für ein Preußen-Stadion zu verfolgen. Stadt und SC Preußen loten gemeinsam aus, was nach dem restriktiven Preußen-Park-Urteil „machbar“ ist. Das Geld wird eingesetzt zum Bau der Haupttribüne.

Parallel dazu wird baurechtlich das Areal an der Niederdingstraße (nahe des Gasometers) als Stadionfläche ausgewiesen, um auf mögliche Neubaupläne reagieren zu können.

Der SC Preußen konzentriert sich aber auf die Hammer Straße und verabredet mit der Stadt einen Sanierungsplan für das (im städtischen Eigentum befindliche) Stadion, wobei das Tempo der Sanierung unterschiedlich eingeschätzt wird.

Mit einem Bebauungsplan, der noch in der Arbeit ist, soll das Stadiongelände weiterentwickelt werden.

►  Fünfte Phase 2016 bis?: Neue Suche in und um Münster

Der neue Preußen-Vorstand stellt den Stadion-Standort Hammer Straße infrage und bringt einen Neubau mit 40 000 Plätzen an anderen Stelle ins Spiel. Die Frage der Finanzierung ist noch ungeklärt.



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