Mi., 19.10.2016

Kultur- und Heimattage des Stadtheimatbundes in der Bezirksregierung Eva flucht auf Adam

Adam und Eva waren Originale aus dem Münsterland, die in der Bezirksregierung von Tönne Schmalbrock und Gertrud Wellerdieck dargestellt wurden.

Adam und Eva waren Originale aus dem Münsterland, die in der Bezirksregierung von Tönne Schmalbrock und Gertrud Wellerdieck dargestellt wurden. Foto: Maria Conlan

Münster - 

Und Eva fluchte, was das Zeug hielt. Adam hatte nicht viel zu melden und Eva die Lacher auf ihrer Seite. Voll besetzt war der Saal 1 in der Bezirksregierung beim Besuch des Plattdeutschen Theaters Ostenfelde.

Von Maria Conlan

Voll besetzt war der Saal 1 in der Bezirksregierung beim Besuch des Plattdeutschen Theaters Ostenfelde. Stadtheimatpfleger Heinz Heidbrink kündigte die Laienspielgruppe um Hans Schwartze als einen Höhepunkt der 28. Kultur- und Heimattage an. Einen Koffer voll Texte hatten sie dabei: Reime, Lieder, Dönnekes aus dem Münsterland. Und sogar Adam (Tönne Schmalbrock) und Eva (Gertrud Wellerdieck) stiefelten „direkt aus dem Himmel“ in den Saal mit einem Sketch.

Und Eva fluchte, was das Zeug hielt. Adam hatte nicht viel zu melden und Eva die Lacher auf ihrer Seite. Heike Schwartze spielte die Rolle eines Prachtstücks von Schauspielerin, die stolz verkündete, dass keiner so dämlich spielen könne wie sie. Schwartze, Schmalbrock, Elisabeth Welling und Reinhild Schoppmann lasen mit viel Spaß Dönnekes vor.

Die Lesung begann Schwartze mit einem „Universalrezept“ von Hannes Demming, der selbst im Publikum saß: Platt sprechen hilft, lautete die Pointe – und dann folgte der Beweis in vielfältiger Form. 90 Minuten lang wurden Lach- und Schmunzelmuskeln des Publikums geschult. Sogar Limericks funktionieren auf platt. Da finden sich Reime auf Recke oder Greven, Beckum oder Bad Waldliesborn. Aktiv mitreimen konnten die Zuhörer bei den „Leberreimen“, Tischsprüche aus dem 16. Jahrhundert.

Bei diesen Nonsensversen war die erste Zeile vorgegeben, die zweite wurde spontan ergänzt. So kam dann raus: „De Liäwer, de is van en Hecht un is nich van ’ne Ule, wann du maol nix to säggen häs, dann haoll doch diene Mule.“ Doch das Maul wurde nicht gehalten; es wurde sogar noch kräftig gesungen, der ganze Saal stimmte mit ein. Schwartze hatte gleich drei Liedertexte zum Mitsingen dabei. Ob ein Loblied auf den Klaren oder zur Melodie der Nationalhymne ein „Mönsterland, wat büs du schöin  . . . wat büs du riek  . . . wat häww’k di leiw“. Zum Ende sang der ganze Saal: „Kein biärtter Land in düsse Tied“ (zur Melodie „Kein schöner Land“). Nach so viel plattdeutscher Freude konnte auch der abendliche Regen die gute Laune des Publikums beim Nachhauseweg nicht verderben.

Heidbrink wies zum Abschied auf die nächsten zwei Veranstaltungen der Heimattage hin: am Sonntag findet um 16 Uhr in der Lambertikirche ein (kostenloses) Konzert mit 20 Musikern und 120 Sängern statt, eine Hommage auf den Westfälischen Frieden. Abschluss der Feierlichkeiten bildet das Friedensspiel im Rathausinnenhof am Dienstag um 15.45 Uhr. 



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