Di., 08.11.2016

Kartenvorverkauf für das 26. Internationale Jazzfestival startet 15. November „Jazz ist eine Haltung“

Alte Bekannte auf neuen Wegen: Stéphane Belmondo, Majid Bekkas und Jacky Terrasson (v. l.) treffen sich beim Jazzfestival in Münster und verbinden arabische, afrikanische, europäische und amerikanische Klänge.

Alte Bekannte auf neuen Wegen: Stéphane Belmondo, Majid Bekkas und Jacky Terrasson (v. l.) treffen sich beim Jazzfestival in Münster und verbinden arabische, afrikanische, europäische und amerikanische Klänge. Foto: Jean-Pierre Bissot

Münster - 

Das persönliche Risiko ist sein Erfolg. Fritz Schmücker ist „Mr. Jazzfestival“ und hat ein Händchen, ein Näschen, auf jeden Fall ein Öhrchen für spannende Musik.

Von Gerhard H. Kock

Das persönliche Risiko ist sein Erfolg. Fritz Schmücker ist „Mr. Jazzfestival “ und hat ein Händchen, ein Näschen , auf jeden Fall ein Öhrchen für spannende Musik. Das mittlerweile 26. Internationale Jazzfestival findet vom 6. bis 8. Januar 2017 statt – zum 20. Mal im Theater, zum 20. Mal vom Kulturamt ausgerichtet, und zum 20. Mal wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausverkauft sein. Auch wenn der Festivalleiter alle Jahre wieder zur Vorsicht mahnt. Denn Schmücker weiß: Er sitzt nicht auf seinen Lorbeeren, er setzt auf Risiko.

Ein kalkuliertes Risiko – schließlich entwickeln die Synapsen im Laufe der Jahrzehnte ein Qualitätsbewusstsein. Schmücker nennt dies: „Jazz ist eine Haltung.“ Und sein Konzept das „Überraschende“, selbst für Kenner. Insofern richtet sich sein „Programm in vollster Subjektivität“ neckisch an die Gralshüter: „Auch die Jazzpolizei ist eingeladen.“

Die drei Abende mit 17 Konzerten und 100 Musikern aus 15 Ländern präsentieren nicht nur acht Deutschland-Premieren, sondern sind geprägt von der „Ästhetik der Kon­traste“, so dass die Zuhörer je Abend vier höchst unterschiedliche Klangerlebnisse haben können. Wer will, kann vier rote Fäden ausmachen:

Alte Bekannte auf neuen Wegen: Der Spanier Dorantes und der Franzose Renaud Garcia-Fons (gern gesehener Gast beim Festival) spielen 2017 Flamenco – allerdings ohne Gitarre. Dorantes ist ein Flamenco-Star am Klavier; Altmeister Garcia-Fons lässt seinen Kontrabass dazu singen.

Jazz-Heroen: Der US-amerikanische Kontrabassist Charles Mingus wäre im ­April nächsten Jahres 95 Jahre alt geworden. Die deutsche Formation „I am three“ (benannt nach dem ersten Satz von Mingus‘ Autobiografie) interpretiert seinen unverwechselbaren Sound zeitgemäß.

Neuschöpfungen: Der virtuos-anarchisch-humorvolle Gig „Hildegard lernt fliegen“ von Andreas Schaerer betörte beim Jazzfestival 2013. Im Januar fügt sich der Schweizer mit Luciano Biondini, Kalle Kalima und Lucas Niggli in ein Trio zu einer „Novel of Anomaly“.

Frech und apart: Gleich drei Schlagzeugerinnen als Bandleader kommen zum Festival. Für drei junge Improvisierer ist es zudem eine Uraufführung: Sie treffen sich erst in Münster , haben noch kein Konzert zusammen gespielt: die junge slowenische Pianistin Kaja Draksler, der Bassist Petter Eldh und der Drummer Christian Lillinger.

Der Auftakt soll mit der jungen coolen britischen Formation „Empirical“ schwungvoll werden, der Ausklang mit dem israelischen Daniel Zamir Quartet bei Jazz, Klezmer und Hard-Bop emotional berühren.

Wieder dabei: die Familien-Matinee mit einem Jazz-Musical, die nächtlichen Sessions im Theatertreff und der Westfalen-Jazz-Preis. Die Preise reichen von 13 bis 42 Euro pro Konzert und wurden im Parkett (im Vergleich zu 2015) um drei Euro angehoben.

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