Mo., 14.11.2016

Musical „Imagine This“ „Unsere Herzen haben gesprochen“

Emotionale Begegnung

Emotionale Begegnung Foto: hko

Münster-Gievenbeck - 

Das Freie Musical-Ensembles Münster freute sich über eine ganz besondere Begegnung und erlebte unvergessliche Stunden: Shuki Levy, der Komponist des Musicals „Imagine This“, besuchte „sein Musical“ und war von der Aufführung in der Waldorfschule Gievenbeck begeistert

Von Hubertus Kost

„Unsere Herzen haben miteinander gesprochen.“ Diesen Satz sagt Henrike Schelling ebenso spontan wie emotional. Sie ist für die Öffentlichkeitsarbeit des Freien Musical-Ensembles Münster (FME) zuständig, das sich über eine ganz besondere Begegnung freute und unvergessliche Stunden erlebte: Shuki Levy, der Komponist des Musicals „Imagine This“, besuchte „sein Musical“ und war von der Aufführung in der Waldorfschule Gievenbeck begeistert.

Shuki Levy, der in Los Angeles lebt, war mit einer Delegation von Kulturschaffenden aus den USA, Kanada und Israel nach Münster gekommen. Alle hatten sofort zugesagt, als er den Anlass für die Reise erläuterte.

Bis vor wenigen Monaten wusste zwar noch keiner, dass es in Deutschland eine Stadt mit Namen Münster und dort ein freies Musical-Ensemble gibt, das „Imagine This“ aufführt. Aber sie wurden durch einen Brief sensibilisiert. Den hatte das Freie Musical-Ensemble an den Komponisten geschrieben und gefragt, ob er es einrichten könne, nach Münster zu kommen, um dort die Deutschland-Premiere dieses Musicals zu erleben: eine Aufführung über die schrecklichen Ereignisse im Warschauer Ghetto – der Kampf der Juden gegen die Übermacht der SS. Eine kritische Beleuchtung von Nationalsozialismus und Holocaust. Erinnern und Gedenken.

Die Zusage zum Besuch kam spontan. Und mit Shuki Levy kamen Regisseure, Produzenten, Verantwortliche für Kunst und Kultur, die Leiter des Israelischen Nationaltheaters – alle sind in das Musical in irgendeiner Weise eingebunden und wollten erleben, wie ein Laien-Ensemble mit über 100 Mitwirkenden, das professionell agiert, dieses sehr sensible Thema umsetzt. Die einstimmige Meinung: Die Aufführung kam von Herzen.

Es müsse gerade für Deutsche eine besondere Herausforderung sein, dieses Musical aufzuführen, betonte der Komponist im Gespräch mit unserer Zeitung. Geschichte werde wach gerüttelt und komme wieder in die Köpfe. Es sei auch schwierig für ihn gewesen, die Schrecken der damaligen Ereignisse in einem Musical zu thematisieren – eigentlich ein Wagnis, für das es aber sehr viel Verständnis und Zustimmung gab.

„Imagine This“ wurde in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten auf die Bühne gebracht. Das Freie Musical-Ensemble hatte sich seit 2006 darum bemüht, das Stück aufführen zu dürfen. Als die Aufführungsrechte geklärt waren, da war ziemlich schnell klar: „Dieses Stück und die Arbeit daran wird uns alle für immer verändern,“ schreibt Ingo Budweg, der die Gesamtleitung der Aufführung hat, im Programmheft.

Die historische Bedeutsamkeit der Erstaufführung in Deutschland motivierte den Komponisten und seine Delegation zu dem nur zweitägigen Besuch in Münster.

In dieser kurzen Zeit sei es dennoch möglich gewesen, eine Brücke zu schlagen. Die Leistungen des Ensembles hätten ihn tief beeindruckt. Für Gastgeber und Gäste war der Besuch eine persönliche Bereicherung, wie alle betonten. Und: „Wir wollen in Kontakt bleiben.“ Dazu könnte sich schon im nächsten Jahr eine historische Gelegenheit ergeben: Das Musical wird 2017 in Israel im Nationaltheater in Tel Aviv aufgeführt.



http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4436273?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F