Di., 29.11.2016

Serra-Skulptur steht wieder Neue Heimat für „Fassbinder“

Freuen sich über die neue Heimat von „Fassbinder“: (v.l.) Holger Strutwolf, Hermann Arnhold, Barbara Rüschoff-Thale und Matthias Schwarte.

Freuen sich über die neue Heimat von „Fassbinder“: (v.l.) Holger Strutwolf, Hermann Arnhold, Barbara Rüschoff-Thale und Matthias Schwarte. Foto: Oliver Werner

MünstEr - 

An sich ein freudiger Anlass. Und doch schlichen sich Töne des Bedauerns in die Neuaufstellung von Richard Serras Skulptur „Fassbinder“. „Ich hätte so gern gesehen, wie die Skulptur mit dem Kran über das Dach des Geomuseums gehievt wurde“, beklagt Dr. Barbara Rüschoff-Thale, die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes (LWL), mit einem Lächeln. Es bleibt die einzige Klage an diesem Mittag, als Serras Werk nach acht Jahren Heimatlosigkeit seinen neuen Standort bezieht. Im künftigen „Museumsquartier“ gegenüber dem LWL-Landesmuseum.

Von Petra Noppeney

Drei Stahlwände, zusammengestellt zu einem U, bilden die Arbeit „Fassbinder“ (1983) des amerikanischen Bildhauers. Einst stand sie im Innenhof des alten Landesmuseums-Neubaus. „Sie hatte praktisch keine Öffentlichkeit“, sagt Museumsdirektor Dr. Hermann Arnhold. Das wird sich jetzt ändern, auch wenn „Fassbinder“ nicht direkt in Sichtweite, wohl aber in gefühlter Nähe zum Landesmuseum steht. Wo mit „Fassbinder II“ das Gegenstück wartet.

Nach Jahren im Depot außerhalb Münsters ziert die rostige Stahl-Skulptur nun den bald öffentlich zugänglichen Hof des Bibelmuseums der Uni Münster. Ein Torbogen und hohe Gebäude definieren den Innenhof. Das Englische Seminar, das Geomuseum und das Bibelmuseum umrahmen den neuen Aufstellungsort. „Was lange währt“, so Rüschoff-Thale, „wird endlich gut.“

Nur ungern erinnern sich die Kulturdezernentin und der Museumsdirektor an die zum Teil „polemischen Diskussionen“, als es um das Quartier für die Skulptur in der Nähe der neuen Museumsspitze oder auf der anderen Straßenseite auf dem Domplatz ging. Damals wurde es selbst Serra zu bunt.

Mit dem neuen Standort, so Arnhold, der danach mit Serras Vertrautem Alexander von Berswordt Plätze abging, um eine akzeptierte Heimat für „Fassbinder“ zu finden, sei der Bildhauer zufrieden. „Die Arbeit ist für einen geschlossenen Innenhof konzipiert“, weiß Arnhold. Neigung und Position stimmten, auch sei die Skulptur leicht diagonal gesetzt – wie Serra es vorgegeben hat. Und womöglich wird er sich im Frühjahr 2017 in Münster einfinden, so kündigt Arnhold an, um sich persönlich vom neuen Standort ein Bild zu machen.

Dass die Skulptur das Areal, auf dem sie steht, aufwerten wird, steht für Prof. Holger Strutwolf, Direktor des Bibelmuseums, außer Zweifel: „Sie wird Räume öffnen und uns über die Grenzen von Wissenschaft, Kunst und Glaube miteinander ins Gespräch bringen.“

Auch Matthias Schwarte, Kanzler der Universität, hat Grund zur Freude. Zum einen bilde „Fassbinder“ eine „schöne Achse zwischen Uni-Museen und Landesmuseum“. Außerdem soll das Werk 2017, im Jahr der Skulptur-Projekte, neben den grün-weißen Bänken der Arbeit „Study Garden“ von Siah Armajani (ein Relikt der Skulptur-Projekte 1987) im Garten des Geomuseums zum Verweilen einladen. Zurzeit werden die Bänke restauriert.



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