Mi., 30.11.2016

Roland Kaiser im Interview „Münster ist mein Zuhause“

Roland Kaiser ist ein politischer Mensch. Bundespräsident Gauck wird ihn am Montag ehren, Nachfolger Steinmeier wird der Sänger in der Bundesversammlung wählen.

Roland Kaiser ist ein politischer Mensch. Bundespräsident Gauck wird ihn am Montag ehren, Nachfolger Steinmeier wird der Sänger in der Bundesversammlung wählen. Foto: Sandra Ludewig

Münster - 

Roland Kaiser fühlt sich rundum wohl in Münster, wo er mit seiner Frau und Tochter lebt. „Für mich ist das meine Heimatstadt, mein Zuhause geworden“, sagt der Grandseigneur des Schlagers, den Bundespräsident Joachim Gauck am kommenden Montag in Berlin mit dem Verdienstkreuz am Bande auszeichnen wird. 

Von Ralf Repöhler

Wenn Gaucks Nachfolger im Februar 2017 gewählt wird, ist Roland Kaiser Mitglied der Bundesversammlung. Er stimmt für Frank-Walter Steinmeier, den er persönlich gut kennt und schätzt. Roland Kaiser hat auf Fragen unseres Redakteurs Ralf Repöhler geantwortet.

Herr Kaiser, am Montag bekommen Sie das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Roland Kaiser: Diese Auszeichnung nehme ich stellvertretend für die vielen Menschen entgegen, die ehrenamtlich mit mir an den verschiedenen Projekten arbeiten. Zwar bekomme ich als Person das Verdienstkreuz verliehen, jedoch haben diese Ehrenamtlichen so eine Anerkennung viel mehr verdient. Leider kann ich sie nicht alle zur Zeremonie ins Schloss Bellevue mitnehmen, aber eigentlich sind diese Menschen mit der Auszeichnung gemeint.

Sie sind in verschiedensten sozialen Bereichen aktiv und auch Botschafter einiger Stiftungen. Wie kam es zu diesem Engagement?

Roland Kaiser: Wir Künstler befinden uns auf der Sonnenseite des Lebens, und ich finde, man muss der Gesellschaft etwas zurückgeben. Es kann ja nicht angehen, dass sich das berufliche Leben nur darauf fokussiert, möglichst viel Geld zu verdienen. Es geht doch um viel mehr im Leben. Nämlich darum, etwas für die Menschen zu tun, die nicht so viel Glück hatten.

Unterstützen Sie Projekte in Münster?

Roland Kaiser: Ja, ich bin auch in der Region engagiert, zum Beispiel als Botschafter des Vereins „Hör Mal e.V.“ oder auch als „SchrittMacher“ der Tom-Wahlig-Stiftung in Münster. Genau wie alle anderen Engagements liegen mir auch die im Bereich Münster sehr am Herzen.

Sie sind am 12. Februar 2017 eingeladen, an der Wahl des neuen Bundespräsidenten teilzunehmen. Sind Sie ein politischer Mensch?

Roland Kaiser: Für mich ist es normal, das politische Geschehen zu verfolgen und mich auch einzubringen, wenn die Möglichkeit dazu besteht. So war es mir zum Beispiel vergangenes Jahr in Dresden ein Anliegen, mich bei der Kundgebung „Für ein weltoffenes Dresden“ für Toleranz und Fremdenfreundlichkeit auszusprechen und den Dialog zu fördern. Daher bin ich seit vielen Jahren Parteimitglied der SPD und melde mich auch hier zu Wort, wenn ich es für richtig halte.

Joachim Gauck als scheidender Bundespräsident verleiht Ihnen das Verdienstkreuz am Bande, Frank-Walter Steinmeier als designierten Bundespräsidenten werden Sie bei der Wahl unterstützen. Wie nehmen Sie beide Persönlichkeiten wahr?

Roland Kaiser: Vor einigen Wochen konnte ich Joachim Gauck in Münster erleben. Er hat eine Laudatio auf König Abdullah von Jordanien gehalten und ihm den Westfälischen Friedenspreis verliehen. Für mich ist Herr Gauck ein besonders kluger und sehr staatstragender Mensch mit einer beeindruckenden Persönlichkeit. Ein großartiger Bundespräsident, wie ich finde. Frank-Walter Steinmeier kenne ich persönlich sehr gut, er ist ein herausragender Diplomat und findet immer die richtigen Worte. Er wird in der Lage sein, die Gräben zu überwinden, die sich zwischen den Menschen und politischen Lagern aufgetan haben. Ich bin mir sicher, dass Frank-Walter Steinmeier ein würdiger und sehr guter Präsident sein würde.

Seit Ihrem Comeback ist der Trubel um Ihre Person groß. Inwiefern ist Münster für Sie eine Oase, um Kraft zu sammeln?

Roland Kaiser: Ich sage immer, Münster ist genügend „Großstadt“ und hat trotzdem einen hohen Wohlfühlfaktor. Meine Kinder sind ja dort groß geworden, meine Frau kommt aus Münster. Ich fühle mich in Münster rundum wohl. Für mich ist das meine Heimatstadt, also mein Zuhause geworden. Meine eigentliche Heimat Berlin trage ich aber natürlich auch immer im Herzen.

Trifft man Roland Kaiser auch auf den Weihnachtsmärkten in Münster an?

Roland Kaiser: Leider komme ich nicht dazu, was ich sehr schade finde. Denn ich war schon mal auf den Weihnachtsmärkten in Münster und fand sie wirklich sehr schön.



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